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Dieses Thema hat 5 Antworten
und wurde 269 mal aufgerufen
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Gast ( gelöscht )
Beiträge:

09.05.2009 01:58
RE: Helfersyndom? antworten

Hi Leute, ich weiß nicht ob ich hier richtig bin mit meinem Problem, aber schreib einfach mal drauf los, ihr könnt es ja ggf. in einen anderen Bereich packen.

Eine Freundin von mir hat den Wunsch Psychologie zu studieren und interessiert sich auch in ihrer Freizeit enorm dafür. Heute meinte sie scherzhaft, dass ich unter dem Helfersyndrom leide. Najo wir haben uns etwas darüber unterhalten und zuhause habe ich dann nachgeforscht. Vieles von dem was ich im Internet finde trifft auf mich zu. Zusätzlich habe ich einen Inet-Test gemacht, ich weiß der ist nicht wirklich aussagekräftig aber ich hab mir so gedacht, schaden kann es nicht. Im Endeffekt kam ich auf 85 von 110 Punkten.
(hier ist der test: http://www.palverlag.de/helfersyndrom-test.html)
Die folgenden Fragen konnte ich klar mit ja beantworten vlt könnt ihr damit mehr anfangen als son stupider Zähler der immer nur +5 rechnet:

Hören Sie öfters von Freunden den Satz "Denk auch mal an dich"?

Fällt es Ihnen schwer, eigene Wünsche zu finden und zu formulieren?

Glauben Sie, ein schlechter Mensch zu sein, wenn Sie nicht helfen?

Denken Sie häufig "Ich bin zu gut für diese Welt"?

Tun Sie sich schwer, andere um Hilfe zu bitten?

Fühlen Sie sich häufig erschöpft und kraftlos?

Neigen Sie dazu, Menschen anzuziehen, die Probleme haben?

Versuchen Sie häufig, die Probleme anderer zu Ihren eigenen zu machen und zu lösen?

Haben Sie viele Ideen, wie der andere sich ändern sollte.

Fällt es Ihnen schwer, anderen zu zeigen, wie es Ihnen geht?

Sind Sie häufig enttäuscht, dass andere Ihren Einsatz so wenig anerkennen?

Sind Sie so einfühlsam, dass Sie häufig ungefragt helfen?

Leiden Sie unter Schuldgefühlen, wenn Sie nicht helfen?

Nehmen Sie regelmäßig Beruhigungsmittel oder Schlafmittel?

Fällt Ihnen im Rückblick auf Ihr Leben nur ein, dass sie anderen geholfen haben?

Erinnern Sie andere manchmal daran, wie viel Sie im Vergleich zu ihnen leisten?

Denken Sie häufig, dass andere Ihnen etwas schulden?

Auch die Ursachen die ich recherchiert habe, geben mir zu denken. Ich habe in meiner Kindheit oft gehört das meine Mutter wegen mir Stress hatte oder Kopfschmerzen, wie es oft als Bsp. gebracht wird.
Najo vlt könnt ihr mir nen Tipp geben ob ich wirklich "gestört"(krasses wort aber mir viel grad kein Anderes ein) bin oder ganz normal.

Würde mich auch gerne über icq oder mail unterhalten.
Beides gibts auf Anfrage.

Gast ( gelöscht )
Beiträge:

10.05.2009 11:44
#2 RE: Helfersyndom? antworten

Zusätzlich ist zu sagen, dass ich keinen Job ausübe der in Richtung Krankenhelfer oder Altenpfleger geht.^^
Ich mache derzeit eine Ausbildung als Kaufmann für Dialogmarketing.

armerIrrer ( gelöscht )
Beiträge:

11.05.2009 15:52
#3 RE: Helfersyndom? antworten

Anderen zu helfen ist ja erstmal nichts schlechtes, eigentlich wird viel zu wenig geholfen in diesen Zeiten.

Lies dir doch mal durch, was z.B. Wikipedia zum Thema "Altruismus" weiß...

Schwierig wirds freilich, wenn die eigene Persönlichkeit und Entfaltung darunter leidet. Ob das tatsächlich so ist, kannst nur du selbst entscheiden.

Geht es dir gut, wenn du hilfst?
Oder geht es dir nur gut, wenn du dafür dann auch Anerkennung bekommst?
Hilfst du am Ende nur, um dann Anerkennung zu bekommen?
Oder kannst du dir selbst diese Anerkennung geben (und sie annehmen!)?
Neigst du dazu, dich regelrecht als Helfer aufzudrängen?
Oder wirst du einfach häufig um Rat und Hilfe gebeten?
Hast du den Eindruck, du müsstest helfen, oder du bist der einzige, der grad helfen kann?
Hilfst du mit deinem Wissen, deinen Fähigkeiten, oder einfach deiner Arbeitskraft, Zeit und Geld?
Brauchen die Leute speziell "deine" Hilfe?
Was würdest du mit der Zeit tun, wenn du nicht irgendjemand helfen würdest?
Kannst du jemandem ins Gesicht sagen, dass er selbst etwas tun muß und die Verantwortung für seine Situation selbst trägt?
Versuchst du, irgendetwas aus deiner Vergangenheit "wieder gut zu machen"?
Reue? Dankbarkeit?

Mach dir klar, dass du dein eigenes Leben zu leben hast. Weder trägst du die Schuld am Elend auf der Welt noch ist es deine alleinige und persönliche Aufgabe, alle Probleme auf diesem Planeten zu beseitigen.
Hilf, wo es sinnvoll ist, aber setze auch Grenzen. Dir selbst und den andern.

Gast ( gelöscht )
Beiträge:

11.05.2009 16:46
#4 RE: Helfersyndom? antworten

Geht es dir gut, wenn du hilfst?
Kann ich allg nicht genau sagen.
Oder geht es dir nur gut, wenn du dafür dann auch Anerkennung bekommst?
Definitiv ja.
Hilfst du am Ende nur, um dann Anerkennung zu bekommen?
manchmal.
Oder kannst du dir selbst diese Anerkennung geben (und sie annehmen!)?
garnicht.
Neigst du dazu, dich regelrecht als Helfer aufzudrängen?
Ich denke nicht und wenn dann bekomme ich es nicht mit, bisher hat sich keiner beschwert.
Oder wirst du einfach häufig um Rat und Hilfe gebeten?
Manchmal, ist personenbezogen.
Hast du den Eindruck, du müsstest helfen, oder du bist der einzige, der grad helfen kann?
Manchmal kommt es mir so vor ja.
Hilfst du mit deinem Wissen, deinen Fähigkeiten, oder einfach deiner Arbeitskraft, Zeit und Geld?
Allem 3.
Brauchen die Leute speziell "deine" Hilfe?
Kann ich nicht genau sagen, aber manchmal denke ich das.
Was würdest du mit der Zeit tun, wenn du nicht irgendjemand helfen würdest?
Weiß ich leider nicht, irgendetwas anders schätze ich.^^
Kannst du jemandem ins Gesicht sagen, dass er selbst etwas tun muß und die Verantwortung für seine Situation selbst trägt?
Nein.
Versuchst du, irgendetwas aus deiner Vergangenheit "wieder gut zu machen"?
Reue? Dankbarkeit?
Ich denke ich habe in der Vergangenheit nichts gravierend Schlimmes gemacht.

huhngesicht ( gelöscht )
Beiträge:

11.05.2009 22:51
#5 RE: Helfersyndom? antworten

Hallo Gast,

Geht es dir gut, wenn du hilfst?
[b]Kann ich allg nicht genau sagen.

Oder geht es dir nur gut, wenn du dafür dann auch Anerkennung bekommst?
Definitiv ja.

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Das ist ein recht wichtiger Punkt. Du bist also kein Altruist oder handelst im Sinne notwendiger Hilfe konkret zum Wohle anderer, sondern weil Du Dich am Lob weidest.
Es ist da schwer etwas zu raten, weil die Kompensation von Minderwertigkeitsgefuehlen durch Hilfsbereitschaft ja nicht dadurch geloest wird, dass Du weniger hilfsbereit bist.
Ich habe schon gelegentlich Menschen kennengelernt, die ein aehnliches Problem hatten.
Oft gerieten sie an den Punkt, sich ausgenutzt zu fuehlen, weil fragwuerdige Freunde die "zwanghafte Hilfsbereitschaft" missbrauchten. Als Folge wurden sie durch betontes Unterlassen von Hilfe miesepetrig und nicht beliebter und suchten sich andere teilweise absurde Ausfluechte, um ihr Selbstwerterleben kuenstlich zu erhoehen.
Meiner Ansicht nach waere es sinnvoll am Selbstwert zu arbeiten, ohne dies in irgendeiner Weise mit hilfsbereit ja oder nein zu verbinden.
In simplen Worten, machst Du das nicht so, bleibst Du der gleiche selbstwertbefreite Depp, wirst nur ausserdem noch ein Arsch.
Der einfachste Schritt bei dieser Art von Problem ist der, auf Selbstwertempfinden keinen uebersteigerten Wert zu legen. Und bei Hilfsdiensten sollten allein rationale Erwaegungen darueber entscheiden, ob man hilft oder nicht.
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Oder wirst du einfach häufig um Rat und Hilfe gebeten?
Manchmal, ist personenbezogen.
Hast du den Eindruck, du müsstest helfen, oder du bist der einzige, der grad helfen kann?
Manchmal kommt es mir so vor ja.
Hilfst du mit deinem Wissen, deinen Fähigkeiten, oder einfach deiner Arbeitskraft, Zeit und Geld?
Allem 3.

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Hier kannst Du schon mal ganz praktisch ansetzen. Wenn Du nicht einen unmuendigen Menschen verantwortlich versorgen musst, sind finanzielle Hilfen, die auch besonders gern zum Missbrauch einladen, immer unpassend. Sollte Dich mal wieder wer auch immer um Geld bitten, entziehe Dich mit dem Hinweis, dass Geld zwischen Freunden und Bekannten kein Thema zu sein hat. Grundsaetzlich solltest Du von Anfang an selbstbewusst und rational ganz klar zu dem Ausschlagen von Hilfe stehen (keine Luegen oder Ausreden, aber auch kein trotziges sich nicht verstehbares Zurueckziehen). Ich meine natuerlich nicht finanzielle Minibetraege, wenn ein Kollege mal sein Portemonnaie vergessen hat.
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Brauchen die Leute speziell "deine" Hilfe?
Kann ich nicht genau sagen, aber manchmal denke ich das.
Was würdest du mit der Zeit tun, wenn du nicht irgendjemand helfen würdest?
Weiß ich leider nicht, irgendetwas anders schätze ich.^^
Kannst du jemandem ins Gesicht sagen, dass er selbst etwas tun muß und die Verantwortung für seine Situation selbst trägt?
Nein.

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Das solltest Du unbedingt lernen. Selbst wenn Du warum auch immer hilfst, solltest Du die Botschaft vermitteln, dass jeder Mensch in Eigenverantwortlichkeit lebt und zu handeln hat.

Huhngesicht

Gast ( gelöscht )
Beiträge:

16.05.2009 13:51
#6 RE: Helfersyndom? antworten

Vorneweg: danke für deine Tipps.

Ich hab gedacht ich meld mich nochmal.
Iwie kommt es mir so vor als ob ich die meisten Entscheidungen die ich treffe davon abhängig mache wer daraus provitiert. Oder um ein anderes Bsp. zu nennen: Ich wäge ab wer mich am meisten braucht und bei dem bin ich dann meistes auch.^^
Das ist mir in den letzten Tagen klar geworden. Ich weiß das es im Grunde nicht korrekt ist, aber iwie kann ich nicht anders handeln. Es steht immer im Vordergrund.
Das Dumme ist, wenn es mehreren Personen schlecht geht, kann ich ja nicht bei allen gleichzeitig sein. Klar versuche ich das alles unter einen Hut zu bringen aber klappen tut das nicht. Wenn ich dann bei einer Person bin und einer anderen geht es schlecht, habe ich meist ein schlechtes Gewissen, da ich ihr nicht helfen kann.
Parade Bsp. ist eine Freundin mit der Diagnose BPS, ich bin sehr oft bei ihr, halte zu ihr wenn es ihr schlecht geht und tröste sie. Da bin ich natürlich meistens bei ihr. Wenn aber irgendwer anders einen schlechten Tag hatte oder mal meien Hilfe braucht muss ich da schon Prioritäten setzen. Das ist definitiv nicht leicht.

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