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Dieses Thema hat 11 Antworten
und wurde 189 mal aufgerufen
 Archiv Psychotanten
Kumpel ( gelöscht )
Beiträge:

29.10.2004 19:58
RE: Hm.... Thread geschlossen

Tach, zusammen.
Ich habe da eine Freundin, die seit einiger Zeit Angstattacken bekommt. Das ganze fing mit Panik davor an, eine teure Nummer gewählt zu haben und ging damit weiter, rote Ampeln überfahren zu haben und geht jetzt in Richtung Krankheit und ist jetzt soweit, dass sie bei allem was sie tut 3 mal nachfragt und nachschaut was da läuft und hinterher sich richtig einen Kopf macht, ob da nicht vielleicht etwas passiert ist.

Ich weiß, es hört sich komisch an, aber im Büro macht sie mittlerweile nicht mehr nur noch die Steckdosenleiste aus, mittlerweile werden alle Kabel aus den Steckdosen gezogen.

Das ganze geht erst seit knapp 3 Monaten und die Entwicklung ist heftig. Ich habe keine Probleme damit Ihr Fragen zu beantworten, damit sie eigentlich Ruhe findet, aber es wird immer schlimmer und ich habe einfach keine Ahnnung ob das überhaupt gut ist z.B. bei der Autobahnpolizei anzurufen und zu fragen, ob dann und dann dort jemand angefahren wurde, weil eine Bekannte eine Jacke auf der Straße liegen sah, nur hilft es ihr nicht, denn wenn das Thema "abgehakt" ist, wird 3 mal nachgefragt was ich wortwörtlich gesagt habe und dann wird wieder gemutmaßt, es könnte ja eine teure Telefonnummer gewählt worden sein.

Sie ist, das muss ich dazusagen, mittlerweile soweit, dass sie sich einem Arzt anvertraut hat, aber soetwas dauert leider Zeit. Medikamente lehnt sie wie eine stationäre Behandlung ab und wie gesagt, ich frage mich, ob es überhaupt gut ist, ihr immer wieder zu erklären, dass hier und da nichts passiert sein konnte, weil .....

(Ich hoffe, es ist klargeworden, was ich meine).

Falls jemand eine Idee hat, wie man am besten mit ihr umgeht, wäre ich über Anregungen dankbar!

So und nun fröhliches Wochenende (Halloween!)


Kumpel

andreas ( gelöscht )
Beiträge:

02.11.2004 12:22
#2 RE: Hm.... Thread geschlossen

Hi!
ich kann dir nur raten, sie dazu (sanft aber bestimmt) zu einer Behandlung zu drängen. Das kann eine beginnende Psychose sein, oder eine Neurose oder was auch immer.

Der Kern dessen was du schreibst ist:
1.) daß es schlimmer wird
2.) du NOCH damit klarkommst
3.) eure Beziehung noch halbwegs funktioniert
4.) sie sich nicht medikamentös oder stationär behandeln lassen will.

DU wirst das Problem nicht lösen können, du bist (höchstwahrscheinlich) kein Arzt. Aber für dich wird das Zusammenleben immer schwieriger (und für sie auch) wenn das unbehandelt so weitergeht. Mach ihr das klar! Noch habt ihr ja Phasen wo ihr vernünftig miteinander reden könnt.

Je später eine Behandlung anfängt desto länger dauert das, und irgendwann nimmt das mal Formen an daß das nicht mehr weitergeht und du selbst kaputt gehst. Schon aus diesem Grunde und auch damit eure Beziehung nicht kaputtgeht muß sie sich behandeln lassen, denn alle Liebe und Selbstaufopferung reichen nicht um eine psychische Krankheit zu behandeln.

Das hört sich vielleicht hart an, aber ich hab das auch mit durchgemacht. Sie hatte sich auch gesträubt, hatte Angstzustände, ca. 1 Jahr lang und das nahm dann Folgen an bis hin zu Prügeleien, nächtlichen Schimpfkanonaden, Selbstmordversuchen, Betrügereien mit anderen Männern. Ich schlaf heut noch nicht wieder gut und so weit muß es nicht kommen.

Aldonza ( gelöscht )
Beiträge:

30.10.2004 16:18
#3 RE: Hm.... Thread geschlossen

haben Deine Erklärungen? Wenn ich Deine Schilderung richtig gelesen habe, keine nennenswerten. Sie glaubt Dir nicht - wobei es wohl eher ein unbewußter Vorgang ist. Was müßte passieren, daß sie Dir glaubt? Genau.

Du kannst ihr das nicht wegnehmen, was an Panik in ihrem Kopf ist. Das versuchst Du durch Erklärungen zu tun. Vergebliche Liebesmüh. Oder wird sie dadurch ruhiger? Wenn ich Dich richtig verstanden habe, ist sie allerdings einsichtig, erkennt also, daß sie selbst ein Problem hat.

Vielleicht - vielleicht [!] ist es eine Möglichkeit, eine erste Erklärung abzugeben. Wenn sie dann das Gleiche wiederfragt, würde ich die Panik ansprechen bzw. sie fragen, was jetzt genau in ihr vorgeht, warum sie das zum 2. Mal fragt. Probier´s aus. Vielleicht kann sie schon einmal anfangen, ihre Gefühle, die sie umtreiben, zu beschreiben oder den Auslöser näher anzusehen. Hinter "Panik" verbirgt sich ja viel mehr, verstehst Du, was ich meine? Und Du wärest bei ihr, würdest sie mit dem Problem nicht allein lassen, ohne daß Ihr Euch mit den Fragen - Antworten im Kreise dreht.

Entscheidend ist: egal, was Du tust, es muß stimmig sein für Dich - und das wirst Du ja erst in der Situation merken. Aber ich würde schon verschiedene Varianten ausprobieren, damit Du auch einen Umgang mit dem Problem findest, mit dem Du auch gut leben kannst. Wie ich schon schrieb, was in ihrem Kopf vorgeht, kannst Du ihr nicht wegnehmen, psychisch kranke Menschen leben in ihrer eigenen Welt, man sollte sie so akzeptieren und wohlwollend annehmen, ohne sich dabei aufzureiben.

Aldonza

Kumpel ( gelöscht )
Beiträge:

31.10.2004 14:16
#4 RE: Hm.... Thread geschlossen

Hi Aldonza!
Vielen Dank erstmal für Deine Einschätzung, hier dann die "Antworten"

>haben Deine Erklärungen? Wenn ich Deine Schilderung richtig gelesen habe, keine nennenswerten. Sie glaubt Dir nicht - wobei es wohl eher ein unbewußter Vorgang ist. Was müßte passieren, daß sie Dir glaubt? Genau.

Schwer zu sagen. ICh vergleiche das mal mit einem Boot mit einem Loch im Rumpf
wo man Wasser raus-eimert und erstmal Ruhe hat. Etwas später ist aber wieder
Wasser drin und vielleicht sogar mehr als vorher.

Übersetzt für sie sehe ich das so, das zunächst eine logische Erklärung bei
ihr eingeht, die aber als solche nicht hingenommen werden kann und so nach
weiteren / anderen Verunsicherungen gesucht wird.



>Du kannst ihr das nicht wegnehmen, was an Panik in ihrem Kopf ist. Das versuchst Du durch Erklärungen zu tun. Vergebliche Liebesmüh. Oder wird sie dadurch ruhiger? Wenn ich Dich richtig verstanden habe, ist sie allerdings einsichtig, erkennt also, daß sie selbst ein Problem hat.


Sie sieht schon ein, dass es ein Problem ist (beeinträchtigt mittlerweile
so ziemlich das komplette Leben), sieht nur keine Möglichkeit sofort etwas
dagegen zu tun, und das ist genau das was sie erwartet.


>Vielleicht - vielleicht [!] ist es eine Möglichkeit, eine erste Erklärung abzugeben. Wenn sie dann das Gleiche wiederfragt, würde ich die Panik ansprechen bzw. sie fragen, was jetzt genau in ihr vorgeht, warum sie das zum 2. Mal fragt. Probier´s aus. Vielleicht kann sie schon einmal anfangen, ihre Gefühle, die sie umtreiben, zu beschreiben oder den Auslöser näher anzusehen. Hinter "Panik" verbirgt sich ja viel mehr, verstehst Du, was ich meine? Und Du wärest bei ihr, würdest sie mit dem Problem nicht allein lassen, ohne daß Ihr Euch mit den Fragen - Antworten im Kreise dreht.


Die Entwicklung ist wie folgt: Es entsteht die Frage:"Habe ich den Telefon-
hörer aufgelegt?" .... Antwort: Ja. Weitere Frage, "bist Du sicher?" - AW- "ich habe es ja gesehen". weitere Frage "hast Du in die Telefonliste ge-
sehen, ob da irgendetwas stand" AW:"Ja, alles in Ordnung, keine Einträge"
weitere Frage: "Aber vielleicht habe ich beim aus dem Büro-gehen den Hörer
von der Gabel geschubst" - AW: "nein, es ist alles in Ordnung, der Hörer
liegt auf der Gabel" . weitere Frage, aber ist der Computer auch richtig
heruntergefahren" AW "Ja, keine Programme mehr geöffnet" . Weitere Frage:
"Aber vielleicht bin ich beim Herunterfahren ja auf den Internetknopf
gelangt" - AW "Nein, alles in Ordnung"..... ich denke, es wird klar, welche
Bahnen sich da in Ihrem Kopf durchziehen.

Das Beschreiben ihrer Gedanken hat sie sehr eindrucksvoll schon hinter sich.
Es dreht sich mittlerweile ihr Leben darum und ihre Beziehung wird dadurch
natürlich auch in Mitleidenschaft gezogen, denn irgendwann kann man es
einfach nicht mehr hören, denn selbst wenn sie es gesehen hat, dass alles
in Ordnung ist, wird ein zusätzliches oder neues Konstrukt erzeugt.


>Entscheidend ist: egal, was Du tust, es muß stimmig sein für Dich - und das wirst Du ja erst in der Situation merken. Aber ich würde schon verschiedene Varianten ausprobieren, damit Du auch einen Umgang mit dem Problem findest, mit dem Du auch gut leben kannst. Wie ich schon schrieb, was in ihrem Kopf vorgeht, kannst Du ihr nicht wegnehmen, psychisch kranke Menschen leben in ihrer eigenen Welt, man sollte sie so akzeptieren und wohlwollend annehmen, ohne sich dabei aufzureiben.
>Aldonza


Nun, mir ist klar, dass ich ihr nichts wegnehmen kann und ich habe soweit
eigentlich auch kein Problem damit ihr Dinge zu beantworten und das auch
mehrfach, nur hatte ich halt ein wenig die Angst, ich würde sie damit in
ihrem Tun sogar noch unterstützten. Meiner Meinung nach wäre eine Therapie
an einem fern von ihrem Alltag sinnvoll aber soweit ist sie noch nicht.

Das einzige was mir wirklich Sorgen macht ist, dass es vorher absolut nicht
ausgeprägt war. Nun, schauen wir mal weiter.

Vielen Dank erstmal

Aldonza ( gelöscht )
Beiträge:

30.10.2004 16:58
#5 RE: Hm.... Thread geschlossen

Natürlich leben nicht nur psychisch Kranke in ihrer eigenen Welt/ Realität, sondern alle anderen auch; jeder einzelne. Nur versteht man diese besser, weil die Ausgangsbedingungen ähnlich sind. Bei denjenigen, die "verrückt" sind, hat sich etwas ver.rückt im Kopf und das ist vor einem nichtkranken Hintergrund häufig weder nachzuvollziehen noch zu verstehen. Das kann und darf man durchaus zum Ausdruck bringen - auf der Basis von Wertschätzung und Respekt vor der Welt des anderen.

Aldonza

... ( gelöscht )
Beiträge:

01.11.2004 22:18
#6 RE: Hm.... Thread geschlossen

Natürlich leben nicht nur psychisch Kranke in ihrer eigenen Welt/ Realität, sondern alle anderen auch; jeder einzelne. Nur versteht man diese besser, weil die Ausgangsbedingungen ähnlich sind. Bei denjenigen, die "verrückt" sind, hat sich etwas ver.rückt im Kopf und das ist vor einem nichtkranken Hintergrund häufig weder nachzuvollziehen noch zu verstehen. Das kann und darf man durchaus zum Ausdruck bringen - auf der Basis von Wertschätzung und Respekt vor der Welt des anderen.

Aldonza

Ach na ja, mit Wertschätzung und Respekt kann es nicht so weit her sein, solange Du die imaginierte Wirklichkeit des anderen pathologisierst.
Warum auch so vorsichtig? Realität ist objektiv und nicht die Leistung des Subjekts. Erkenntnis ist möglich. Wahrheit ist möglich – und mit Wahrheit ist natürlich auch die Möglichkeit des Irrtums oder eines falschen Urteils über Realität gegeben.
Wer nur in seiner eigenen Welt lebt, der ist psychisch krank. Warum willst Du das relativieren? Wer nur halbwegs normal ist, der richtet sich sein Leben eben nicht in seiner Wahnvorstellung ein. Ich sehe nicht, warum Du dieses Kriterium unbedingt aufweichen willst. Gibt es dafür irgendeinen plausiblen Grund?

...

Aldonza ( gelöscht )
Beiträge:

06.11.2004 12:12
#7 RE: Hm.... Thread geschlossen

sind die Grundlage jeder Art von Kommunikation. Also auch die mit jenen, welche krank sind. Krankheiten lassen sich in physiologische und psychologische unterteilen. Eine Krankheit ist eine vom Arzt festgestellte Tatsache oder aber im seelischen Bereich ein Leidenszustand, den ein Arzt eventuell erst einmal abklären muß. So, wie sich der Ursprungsbeitrag anhörte, liegt eine psychische Erkrankung vor. Während einer solchen wird die Realität grundlegend anders wahrgenommen als von einem gesunden Menschen.

Deinen Beitrag interpretiere ich so, daß man entweder die Pathologie eine Zustands leugnet, um wertschätzend mit jemandem umgehen zu können oder kranken Menschen die Wertschätzung verweigert. Beides halte ich nicht für sinnvoll, Logik und Objektivität hin oder her. Wobei schon die Philosophen seit Jahrhunderten versuchen, die Objektivität zu definieren. Bisher einigermaßen erfolglos. Was man unter anderem an der Vielzahl der Definitionen und Strömungen innerhalb der Philosophie erkennen kann.

yvonne ( gelöscht )
Beiträge:

01.11.2004 22:39
#8 RE: Hm.... Thread geschlossen

namenloser, es gibt einen haufen philosophen und wissenschaftler, die dem begriff "wirklichkeit" auf der spur sind und ihn dennoch nicht festmachen können. woher nimmst du diese sicherheit? was denkst du, warum 99% der menschen an etwas glauben, dh nicht wissen? jahrhunderte metaphysik werfen immer neue fragen auf anstelle von antworten - in der mathematik entsteht durch jede neue theorie ein rattenschwanz an ungelösten problemen. also warum bist du so sicher? woher kommt das? viele probleme der welt entstehen ja dadurch, daß menschen denken, ihre wahrheit wäre das maß der dinge.

also eine psychose zB: die menschen nehmen keine falsche wirklichkeit wahr, sondern mehr sinneseindrücke auf einmal. filter gehen verloren, die jeder braucht um unwichtiges von wichtigem zu trennen, würdest du jedem blatt beachtung schenken hättest du eine neue lebensaufgabe. um sich dagegen zu schützen, gegen diese flut an eindrücken, werden systeme aufgestellt, die dir verrückt erscheinen, mitunter aber kulturen geprägt haben. der mensch schwingt bestenfalls in einem gleichgewicht von logik und intuition. gehirnhälften. wenn du die welt nur mit logik betrachtest (oder mit pseudologik) ist das was du "erkennen" nennst nur dein persönliches hilfskonstrukt um mit der tatasache fertigzuwerden, daß unsere existenz ein großes rätsel ist und bleiben wird.

yvonne

... ( gelöscht )
Beiträge:

02.11.2004 20:59
#9 RE: Hm.... Thread geschlossen

namenloser, es gibt einen haufen philosophen und wissenschaftler, die dem begriff "wirklichkeit" auf der spur sind und ihn dennoch nicht festmachen können. woher nimmst du diese sicherheit? was denkst du, warum 99% der menschen an etwas glauben, dh nicht wissen? jahrhunderte metaphysik werfen immer neue fragen auf anstelle von antworten - in der mathematik entsteht durch jede neue theorie ein rattenschwanz an ungelösten problemen. also warum bist du so sicher? woher kommt das? viele probleme der welt entstehen ja dadurch, daß menschen denken, ihre wahrheit wäre das maß der dinge.

Gerade wenn ich mir die Geschichte der Metaphysik seit Platon anschaue, dann sind die Position, die eine unüberwindliche Schranke zwischen Subjekt und Objekt behaupten und Wirklichkeit auf ein subjektives Konstrukt reduzieren, eher die seltene Ausnahme. Platons Idee, die prästabilierte Harmonie Leibniz´, die transzendentale Apperzeption Kants, Hegels absolutes Wissen: das alles sind keine Entwürfe, die sich auf „Jeder lebt halt in seiner Welt“ reduzieren ließen. Im Gegenteil: allen liegt diese eine Frage zu Grunde, nämlich: wie subjektiv Erkenntnis von Objektivem zu haben ist, sie alle gehen von einem Allgemeinem aus, das jenseits solcher subjektiver Beschränkung läge.
Also: gerade auf diesem Feld ist kaum etwas von einem Relativismus zu merken, für den Du hier eintreten zu wollen scheinst. Dein Plädoyer für den Glauben finde ich wenig überzeugend.


also eine psychose zB: die menschen nehmen keine falsche wirklichkeit wahr, sondern mehr sinneseindrücke auf einmal. filter gehen verloren, die jeder braucht um unwichtiges von wichtigem zu trennen, würdest du jedem blatt beachtung schenken hättest du eine neue lebensaufgabe. um sich dagegen zu schützen, gegen diese flut an eindrücken, werden systeme aufgestellt, die dir verrückt erscheinen, mitunter aber kulturen geprägt haben. der mensch schwingt bestenfalls in einem gleichgewicht von logik und intuition. gehirnhälften. wenn du die welt nur mit logik betrachtest (oder mit pseudologik) ist das was du "erkennen" nennst nur dein persönliches hilfskonstrukt um mit der tatasache fertigzuwerden, daß unsere existenz ein großes rätsel ist und bleiben wird.

In jedem besseren Psychologie-Lexikon wirst Du etwa Folgendes unterm Stichwort „Psychose“ finden:

Psychose, Zustand, der sich durch den Verlust des Realitätsbezugs auszeichnet. Die Fähigkeit, Umweltreize adäquat aufzunehmen, zu verarbeiten und auf sie zu regieren ist massiv gestört, so daß nicht einmal ein Mindestmaß an Anpassung und täglicher Rollenausübung möglich ist. Kennzeichnend für Psychosen sind Halluzinationen, Wahnvorstellungen (Wahn) und andere Formen abweichenden Verhaltens: schwere Erregungszustände, sozialer Rückzug, ausgeprägte psychomotorische Hemmungen und katatone Störungen. Oft fehlt den Erkrankten jegliche Krankheitseinsicht. Psychosen können verursacht werden durch toxische Substanzen, z.B. Alkohol, Drogenmißbrauch (Korsakow-Syndom, Delir u.a.), durch Infektionen, Abbauprozesse (Alzheimersche Erkrankung, Picksche Erkrankung u.a.) oder Verletzungen des Gehirns oder Erkrankungen der inneren Organe (Niere, Schilddrüse u.a.). Psychosen lassen sich ff. unterteilen: 1) Exogene Psychosen: durch äußere Faktoren ausgelöste Psychosen. 2) Endogene Psychosen: durch innerhalb der Person liegende Faktoren ausgelöste Psychosen; eine Verursachung kann (noch) nicht angegeben werden (so z.B. bei Schizophrenien oder Depressionen). 3) Psychogene oder reaktive Psychosen: meist durch psychisch traumatisierende Ereignisse hervorgerufen und meist schnell reversibel. Da die Ätiologie vieler häufig auftretender Psychosen, wie Schizophrenie, Depression oder andere wahnhafte und affektive Störungen, nicht geklärt werden kann, beschränkt man sich in der Diagnostik mittlerweile auf operationale Kriterien. Die früher geltende, auf K. Jaspers und auf E. Bleuler zurückgehende Sicht, Psychosen als nicht intersubjektiv erklär- und nachvollziehbare Krankheiten zu bezeichnen, wird im DSM-IV und ICD-10 nicht mehr zugrunde gelegt. Der Begriff Psychose wird hier ausschließlich deskriptiv verwendet und enthält keine Annahmen zur Psychodynamik. ... usw.usf.

Mit Deiner Auffassung hat das nun gar nichts mehr zu tun. Es geht nicht um Filter und darum, daß psychotische Menschen mehr von der Realität mitbekämen. Das ist sachlich falsch. Sorry.

yvonne ( gelöscht )
Beiträge:

02.11.2004 21:26
#10 RE: Hm.... Thread geschlossen

>Gerade wenn ich mir die Geschichte der Metaphysik seit Platon anschaue, dann sind die Position, die eine unüberwindliche Schranke zwischen Subjekt und Objekt behaupten und Wirklichkeit auf ein subjektives Konstrukt reduzieren, eher die seltene Ausnahme. Platons Idee, die prästabilierte Harmonie Leibniz´, die transzendentale Apperzeption Kants, Hegels absolutes Wissen: das alles sind keine Entwürfe, die sich auf „Jeder lebt halt in seiner Welt“ reduzieren ließen. Im Gegenteil: allen liegt diese eine Frage zu Grunde, nämlich: wie subjektiv Erkenntnis von Objektivem zu haben ist, sie alle gehen von einem Allgemeinem aus, das jenseits solcher subjektiver Beschränkung läge.
>Also: gerade auf diesem Feld ist kaum etwas von einem Relativismus zu merken, für den Du hier eintreten zu wollen scheinst. Dein Plädoyer für den Glauben finde ich wenig überzeugend.

na gut. ist mir auch nicht so wichtig - ich will ja nich missionieren, jeder wie er mag.
>
>Mit Deiner Auffassung hat das nun gar nichts mehr zu tun. Es geht nicht um Filter und darum, daß psychotische Menschen mehr von der Realität mitbekämen. Das ist sachlich falsch. Sorry.


aber hier muß ich vehemt widersprechen, womöglich kennst du nur veralterte lektüre.

auszug auus dem buch "Psychosen aus dem schizophrenen Formenkrei" von Josef Bäumel:

2.3.3 Wie wirkt sich dieses Ungleichgewicht von Neurotransmittern aus?

Normalerweise werden alle von außen einlaufenden Informationen zunächst in einer besonderen "Kontrollstation" (Formatio reticularis) in unserem Hirnstamm "gefiltert". Dies trifft für Geräusche, Stimmen, Seheindrücke Gerüche und Berührungsempfindungen gleichermaßen zu. Nur sinnvolle und im Augenblick brauchbare Reize werden in voller Stärke weitergegeben, der Rest wird abgedämpft und ausgeblendet. Zur Veranschaulichung sei an eine Unterhaltung mit einem Gesprächspartner erinnert:
Normalerweise konzentriert man sich auf die Worte des Gegenübers, behält seine Mimik im Auge, registriert vielleicht auch noch dessen Körperausdünstung. Aber alle anderen Eindrücke wie z.B. zufällig auftauchende Autos, vorbeifliegende Flugzeuge, Straßenlärm, das Ticken einer Uhr etc. werden weitgehend "weggefiltert".
Durch den Überschuß an Dopamin wird diese Filterfunktion jedoch erheblich gestört, es kommt zu einer Zunahme von Nebenreizen. Die daraus resutlierende "Reizüberflutung" macht es nahezu unmöglich, wichtige Signale von unwichtigen zu unterscheiden. Es strömen sozusagen "tausend Dinge" gleichezitig auf das Gehirn ein.


tut mir leid, es geht mir gar nicht darum recht zu behalten. aber es existieren nach wie vor haufenweise vorurteile und das ist schade. ein mensch mit so einer krankheit hat ein ziemlich schweres los, ich wünsch das niemandem.

nix für ungut,

yvonne

b. ( gelöscht )
Beiträge:

01.11.2004 21:41
#11 RE: Hm.... Thread geschlossen

Aber kann man das jeden Tag, über Jahre hinweg?

Toni ( gelöscht )
Beiträge:

30.10.2004 20:59
#12 RE: Hm.... Thread geschlossen

..Dona Aldonza,

welch hervorragender (Gesamt-)Beitrag! Muchas gracias!

Toni

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