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Dieses Thema hat 6 Antworten
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 Psychotanten - Eingang zum Forum
Help ( gelöscht )
Beiträge:

29.12.2012 15:42
RE: Mutter hat Lungenkrebs antworten

Hallo, meine Mutter hat seit fast einem Jahr starken Husten. Jetzt hatte sie eine Röntgenuntersuchung.
Ich bin am Studieren in einer anderen Stadt. Ich habe mir schon vorher Sorgen gemacht. Sie sagte, um mich wohl erstmal zu schonen, dass die Röntgenbilder ok wären. Sie war am 20.12. beim Radiologen.
Am zweiten Weihnachtsfeiertag sagte sie mir, dass sie Lungenkrebs hat. Anscheinend ist der Tumor ca. 5 cm groß. Er sitzt im rechten Lungenflügel, zwischen dem oberen Teil und dem Unteren.
Am 07. wird Gewebe entnommen um zu sehen, was für ein Tumor das ist. Danach sieht man wohl weiter.
Der Radiologe sagte sie habe noch 3 Monate zu leben. Jedoch sagte der Lungenfacharzt, dass man das operieren könne. Wahrscheinlich hat der Tumor noch nicht gestreut. Jedenfalls sieht man anscheinend auf dem Röngtenbild nichts.

Ich bin ohnehin seelisch behindert und nicht besonders stabil, aber jetzt kann ich kaum noch atmen. Ich liebe meine Mutter endlos und wenn ich mir ausmale, was wäre, wenn..... Ich habe so Angst!
Meine Schwester sagt ich müsse jetzt stark sein für unsere Mutter, aber ich kann nicht mehr.

Am liebsten würde ich ... ich weiß garnicht was ich würde.
Ich habe zwei Tage durchgeweint.

Hat meine Mutter eine Chance?
Was soll ich tun?
Ich hätte Ende Januar Klausuren! Ich weiß nicht was ich tun soll!!!

Ich will meine Mutter nicht verlieren. Wenn sie doch wenigstens noch zwei gute Jahre hätte oder so. Das alles kommt so überraschend!

Ich weiß weder ein, noch aus!

Danke

huhngesicht ( gelöscht )
Beiträge:

29.12.2012 17:55
#2 RE: Mutter hat Lungenkrebs antworten

Vorausschicken muss ich, dass so ein Forum unmoeglich das an Hilfe leisten kann, was Du Dir erhoffst. Niemand hier kann zB den gesundheitlichen Zustand Deiner Mutter beurteilen. Und mit Statistiken zu argumentieren, wird dem Individuum nicht gerecht. Es ist auch fahrlaessig, dass der Radiologe so vorschnell zeitlich negativ prognostiziert. Bei einer ernsten Erkrankung darf man den Kopf nicht in den Sand stecken, sollte seine Energie aber wenn es Hoffnung gibt, in diese und konstruktiv in Behandlungsmoeglichkeiten investieren. Eine Auseinandersetzung mit dem schlimmst Moeglichen kann ruhig warten, bis sicher ist, dass man in eine palliative Richtung denken muss. Und auch dann koennen Kranke und Angehoerige eine gute Zeit miteinander verbringen.
Dass Du voellig geschockt, fertig und verzweifelt bist, ist ganz normal. Du wirst aber in der naechsten Zeit einen Weg finden muessen, Kraft zu schoepfen und Dein eigenes Leid zu ertragen, ohne dass Du es Deiner Mutter schwerer machst, als es fuer sie ohnehin ist. Das ist hart und laesst sich nicht beschoenigen. Versuche eine Deine Mutter aufbauende schoene Zeit zu verbringen und hole Dir Deine eigene Kraft woanders (bei Freunden, Geschwistern oder eine Psychotherapie (Profis muessen ein Ohr haben und sind da schmerzfrei trainiert)).
Unabhaengig davon, ob Deine Mutter (wie ich es ihr sehr wuensche) nach einer Behandlung gesund wird oder vielleicht verstirbt, werden die naechsten Monate fuer Dich extrem hart. Sowas ist niemals leicht. Ob Du in dieser Situation Klausuren verschieben willst oder lieber weiter studierst, musst Du selbst entscheiden. Ich war vor vielen Jahren in einer aehnlichen Situation und entschied mich, weiter zu studieren, weil diese "Auszeit" jenseits des essentiellen Leides, mir eher Kraft gab, als mich zu schwaechen. In jedem Fall wuensche ich Deiner Mutter und Dir, dass sie noch viele glueckliche Jahre leben wird.

Huhngesicht

Help ( gelöscht )
Beiträge:

05.02.2013 23:53
#3 RE: Mutter hat Lungenkrebs antworten

Hallo,

heute möchte ich nochmal schreiben.

Obwohl eigentlich einige Zeit vergangen ist, hat sich relativ wenig ergeben bis jetzt.
Ich mache ein Studium, einige Stunden Fahrtzeit entfernt von meiner Mutter und habe eigentlich keinen echten Überblick.
Jedenfalls kam sie in die örtliche Uni-Klinik wegen diesem Lungentumor. Dort war es nicht schön, sagte sie und die Leute wären komisch gewesen. Dort hat man eigentlich auch nicht viel gemacht. Man hat bei ihr jetzt drei Bronchoskopien gemacht, jeweils wohl in Vollnarkose, konnte aber den Tumor, trotz einer Größe von mind. 6cm auf den CT-Aufnahmen nicht finden und daher kein Gewebe entnehmen.
Dadurch, dass die Bronchoskopien nicht zum Erfolg führten, zog sich das jetzt alles enorm in die Länge.
Seit letztem Freitag ist sie nun in einer Lungenkrebs-Klinik, also bei Fachleuten.
Ich kam gestern, wegen Semesterferien in ihrer Wohnung an und wir telefonierten.
Die von der örtlichen Uni-Klinik sagten, dass der Tumor jedenfalls nicht kleinzellig wäre- wie die das ohne Gewebeprobe wissen können, verstehe ich nicht.
Jetzt in der Fachklinik hat man nun den Kopf mit einem CT angeschaut und heute so ein Knochenscreening gemacht.
Die Ergebnisse beider Untersuchungen wissen wir noch nicht.
Die Tage soll dann etwas mit einem Mittel gemacht werden, damit man auf CT-Aufnahmen selbst kleinste Metastasen sehen könnte.

Ich kenne mich nicht aus und das ist auch mein Problem.
Diese Phase der "Ungewissheit", die jetzt seit Weihnachten anhält ist sehr schwierig für mich.
Ich mache mir enorme Sorgen.

Dieses Ding wächst anscheinend um die Aorta, dass, wie ich gelesen habe, bedeutet, dass man es nicht raus operieren könnte.
Zusätzlich ist meine Mutter jetzt seit Wochen sehr heiser und kann nicht mehr lange und viel reden, ohne dann echte Probleme zu bekommen. Darüber hinaus hat sie nun auch Wasser in den Beinen.
Von allen diesen Dingen habe ich im Zusammenhang mit Lungenkrebs viel gelesen in den vergangenen Wochen und mir macht das ANGST!
Man liest Sachen, wo die Leute innerhalb von Wochen sterben.
5% der Lungenkrebs-Patienten leben noch nach fünf Jahren.
Sie ist gerade erst 59 Jahre alt geworden.

Ich weiß nicht wie ich mit dieser Sache umgehen soll.
Zwar habe ich mir, wie empfohlen, tatsächlich Hilfe bei einem Psychotherapeuten gesucht und wohl auch großes Glück gehabt, die Therapie in zwei Wochen beginnen zu dürfen, aber ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll, dass meine Mutter evtl. so krank werden würde, dass...
Mit solchen Gedanken habe ich mich bisher nie auseinander gesetzt.

Ich weiß eben nicht was da jetzt auf uns zukommen könnte...

Vielen Dank

egal ( gelöscht )
Beiträge:

10.03.2013 00:23
#4 RE: Mutter hat Lungenkrebs antworten

Hallo Help,

das ist sehr bitter und tragisch, was deiner Mutter widerfahren ist. Aber solange es kleinste Hoffnung gibt, würde ich nicht an Tod denken. Der Arzt, der das sagte ist unverantwortlich und ein Vollpfosten! Das kann KEINER wissen wie lange deine Mutter noch zu leben hat und wie sich die Krankheit entwickelt.


Wenn deine Mutter weiß, wie es um sie steht, wird sie wohl auch über die Behandlungsmöglichkeit aufgeklärt. Wenn eine OP doch möglich ist, es gibt viele Menschen, die leben sehr gut mit einem Lungenflügel... dann ist erst mal die Hoffnung da.

Wenn die Klinik aber keine Lösung weiß, frag bitte hier nach, ob sie deine Mutter behandeln können:

http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Krebsinformationsdienst.115722.0.html


Die Schwerionentherapie ist extra für nicht operable Tumoren gedacht, weil hier eine punktuelle Bestrahlung (die per Computer berechnet wird) möglich ist. Ich hatte schon mal Kontakt mit der Klinik, wegen meinem Vater. Leider kam die Behandlung in dem Fall nicht in Frage. Aber die Ärztin, die mir geantwortet hat, war sehr hilfsbereit und nett und hat mir alles erklärt.

Und zwischendrin vergiss nicht zu leben. Es hilft deiner Mutter nicht, wenn du jetzt umknickst. Sehr gut, dass du dir Hilfe gesucht hast.

Kopf hoch und alles Gute!

egal

ergo ( gelöscht )
Beiträge:

18.04.2013 18:09
#5 RE: Mutter hat Lungenkrebs antworten

die Ungewißheit zermürbt natürlich.... meine Großmutter war starke Raucherin und hat es uns ca. 10 Jahre lang verheimlicht daß sie schon mit 69 Metastasen im ganzen Körper hatte..... trotzdem hat sie noch 10 weiter Jahre auf Erden verbracht.

Nur unser Aller Zeit auf Erden endet eines Tages. Bei dem einen Menschen passiert das durch einen Unfall, bei anderen Menschen durch tödliche Krankheiten und bei einigen Menschen ist es auhc schlicht Altersschwäche.

Den Tod verleugnen hilft aber auch nicht, denn der steht am Ende des Lebens genauso wie die Geburt am Anfang. Wir wissen das also, meist eher ungenau, andere Menschen wissen, es gibt noch 1 Jahr oder 1 Monat.

Die Medizin des 21. Jahrhunderts hat natürlich gewisse Heilungsschancen, aber das heißt nicht daß das dauerhaft ist. Eine Behandlung, eine Operation gibt dem Menschen einen weiteren Monat, ein weiteres Jahr, ein weiteres Jahrzehnt. Wieviel das ist ist heutzutage bei Krebstherapien vollkommen ungewiß.

Meine Oma hatte Darmkrebs, das wurde operiert als sie 65 war, und einen Hautkrebs der inaktiv war und keiner Behandlung bedurfte. Mit 68 die Krebsdiagnose mit dem Lungenkrebs. Jahrzehntelanges starkes Rauchen ging auch an ihrem Körper nicht spurlos hinüber. Gestorben ist sie im Koma, das war eine Unfallfolge, passiert ist es im Treppenhaus - und den hätte sie auch ohne Krebs gehabt. Unsere Oma war also von einem Tag auf den anderen weg, ganz plötzlich. Das schockt viel mehr als wenn man es weiß....

Du kannst dich in dem Falle z.B. an ein Hospiz wenden, denn zumindesetens die letzten Wochen verbringen Krebspatienten im Endstadium dort. Dort wird auch eine Betreuung der Angehörigen durchgeführt, es gibt psychologische Betreuung. Wenn du ohnehin schon irgendwie betreust wirst (seelische Behinderung am ersten Post) dann hast du auch schon jetzt einen Ansprechpartner.

Letztenendlich sollte man bei Zweifeln an einer Diagnose gleich einem Todesurteil an mehrere Ärzte wenden. Einige sind direkt und reden Klartext, andere verharmlosen die Situation aber am Ende ist man den Medikamenten und den Ärzten ohnehin ausgeliefert.

Es gibt übrigens in der Nähe von Rotenburg in der Nordheide eine Klinik die auf Lungenkrebs-Diagnostik spezialisiert ist. Von der weiß ich daß die unabänderliche Diagnose eines unheilbaren Krankheitsverlaufes in einem versiegelten Briefumschlag mitgegeben wird wenn der Patient es zuhause in einem stillen Kämmerchen lesen möchte.

HELP ( gelöscht )
Beiträge:

19.04.2013 15:25
#6 RE: Mutter hat Lungenkrebs antworten

Hallo,
eine Woche vor Ostern hatte sie, vermutlich wegen einer kleinen Hirnmetastase einen schweren Schlaganfall erlitten.
Als ich endlich dort ankam sagten mir die Ärzte, sie würde es nicht bis Ostern schaffen, was nur vier Tage waren.
Sie sagten, der Schlaganfall kann nicht behandelt werden und sie würde an einem Hirnversagen sterben.

Jetzt liegt sie, halb gelähmt und nicht mehr bei vollem Verstand, seit fast zwei Wochen im Hospiz.

Sie wird sterben, schon bald. Ob in Tagen oder Wochen, das weiß ich nicht. Sie ist extrem mager und lässt kaum Essen zu.

Ich weiß nicht wie ich das schaffen soll!
Sie ist mein Vater, meine Mutter, meine beste, einzige vertraute Freundin und im Moment mein einziger, wirklicher sozialer Kontakt, weil am Studienort ich keinen Kontakt aufgebaut habe.
Ich werde bald in diese trostlose kleine Stadt mit der Hochschule zurück müssen, mit nur einem halben Herzen, und einer halben Seele- so empfinde ich es.
Mutter ist 59 Jahre alt und ich weiß nicht, ob ich es schaffe, die Kraft zu haben, mir ein komplett neues Leben aufzubauen. Zusätzlich haben mich die vergangenen vier Wochen so unendlich Kraft gekostet... ich habe 13 kg seither abgenommen, und in den vergangenen Wochen so wenig geschlafen wie nie zuvoer.
Ich versuche so viel Zeit wie möglich an ihrer Seite zu verbringen, kann aber nicht zur Ruhe kommen um zu Schlafen.

Die wirklich einzige Hoffnung ist, dass ich mich seit der Diagnose, recht schnell um eine Psychotherapie gekümmert habe. Diese Therapie geht los, wenn ich wieder am Studienort bin. Genehmigt ist sie, aber ob mir das hilft in einer solchen Situation, wenn das komplette Leben umgekrämpelt wird?!

Sie so zu sehen, nur noch Haut und Knochen, mit dem Schlaganfall und der Lähmung, hat mein Herz zerbrochen, denn sie war immer eine stolze, aufrechte, kämpferische Frau.

Danke

Help

Gast ( gelöscht )
Beiträge:

18.05.2013 17:16
#7 RE: Mutter hat Lungenkrebs antworten

dann sag ihr das bitte.... als meine Oma im Sterben lag haben wir das damals auch gemacht. Irgendwas wird bei ihr ankommen, und wenn's nur das Gefühl ist,für die letzten Tage begleitet zu werden.

Einige Menschen sind nun mal extrem sensibel, hab gerade gestern eine Bekannte getroffen, die deine Probleme ebenfalls hatte. Sie hat ein halbes Jahr lang nicht arbeiten können.

Du bist mit dieser Situation nicht ganz alleine auf der Welt, sondern hast viele Leute um dich herum die ebenfalls unendlich stark an einem Partner hängen, an den Eltern, Ehemann, Kind..... die Therapie ist der wichtigste Schritt um ein neues Leben aufzubauen.

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