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Dieses Thema hat 2 Antworten
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 Archiv Psychotanten
Frank ( gelöscht )
Beiträge:

01.08.2001 16:19
RE: Zwischen 2 Frauen entscheiden -Vorsicht langer Text- Thread geschlossen

Hallo an alle,
nachdem ich viel Zeit mit Lesen von Postings verbracht habe, möchte ich einfach mal meine Probleme aufschreiben. Vielleicht hilft es mir, mich besser zu verstehen. Und der eine oder andere sieht aus einem anderem Blickwinkel ja manchmal Dinge, die ich als Betroffener nicht sehe. Entschuldigt den langen Text, aber ich glaube verstehen kann jemand anderes nur so. Namen sind geändert.

Meine Ex-Frau wollte immer Kinder. Ich selbst habe mich bei der Entscheidung nicht wohl gefühlt. Sie hatte mit Zwillingen eine Frühgeburt. Ein Kind ist 6 Wochen später gestorben, das andere ist schwerstbehindert.

Im April 1999 haben meine Frau und ich uns getrennt. Diese Trennung war eine Erleichterung für mich. Die Entscheidung dazu kam von Ihr. Ich hätte wohl noch eine Zeit gebraucht, um endlich dieses Entscheidung durchzuziehen. Die mir zugrunde liegenden Handlungsmuster hielten mich davon ab, diese Entscheidung für mich zu treffen, obwohl es für mich gut gewesen wäre. Ich war danach erleichtert und habe wieder angefangen mein Leben zu genießen.

Ein halbes Jahr später lernte ich Julia kennen. Sie hat, so wie ich ,einen Hund. Die Hunde verstanden sich und tobten herum, wenn wir uns trafen. So ergab es sich, das wir immer öfters zusammen spazierengingen. Zu dem Zeitpunkt wollte ich noch gar keine Partnerschaft wieder eingehen. Und Julia hatte einen Freund, mit dem Sie seit 7 Jahren zusammen war und die auch zusammenlebten. Wir unterhielten uns über Gott und die Welt. Eines Abends, es war ca. 6-7 Wochen nachdem wir uns kennengelernt hatten, kam sie abends zu mir. Sie war, durch irgend etwas dazu bewegt, auf den Friedhof gegangen und hat das Grab meines Sohnes gefunden. Sie wußte nicht, das es dort war. Jedenfalls kam sie zu mir und fing an, darüber zu reden, wie Sie sich dabei gefühlt hat. Ich war wieder damit konfrontiert und es tat gut, mit jemandem darüber zu reden. Dadurch, daß sie sich mir gegenüber geöffnet hatte, fing ich an, mich auch Ihr gegenüber mich zu öffnen. Ich begann Vertrauen zu Ihr zu haben. In der folgenden Zeit entwickelte sich alles weiter. Wir sprachen nicht mehr über belanglose Dinge, sondern über uns, über das was uns bewegte.

Es ist schwer, das zu beschreiben. Im Laufe der Zeit erfuhr ich, daß Ihr Vater sie abgelehnt hat, das sie im Alter von 9 Jahren angefangen hat, alle Zärtlichkeiten auch von der Seite der Mutter abzulehnen. Ich brauche nichts, ich will nichts. Sie beschäftigte sich seit 2 Jahren mit diesen Erinnerungen und denn damit verbundenen Konsequenzen für Ihr heutiges Leben. Ich selbst fing an, mich damit zu beschäftigen, was mich geprägt hat. Ich merkte, daß ich Verlustängste habe, da meine beiden Eltern berufstätig waren. Ich hatte wechselnde Kindermädchen, die sich um mich kümmerten. Wir sprachen auch darüber, wie das unsere bisherigen Partnerschaften geprägt hatte. Wir hatten soviel Vertrauen zueinander gefaßt, das wir wirklich über alles reden konnten und das auch taten. Dies war auch sehr mühelos. Ich zeigte Ihr, daß ich wirklich Interesse an Ihr habe, an Ihr als Person, an dem was sich in Ihr verbarg. Und sie zeigte mir, daß ich ein liebenswerter Mensch bin, daß ich nicht langweilig und eine graue Maus bin. Ich würde sehr ruhig und ausgeglichen, ich war mit mir und der Welt zufrieden. Sie meinte, daß sie in mir Ihren Vater wiederfinden würde, daß sie mit mir das bearbeiten würde, was Ihr damals gefehlt hat. Wir sprachen auch darüber, daß ich die Beziehung zwischen Ihr und Ihrem Partner befremdlich fand. Sie tauschten nie Zärtlichkeiten miteinander aus, sie verbrachten wenig Zeit gemeinsam. Sie erklärte mir, daß das so richtig sei, daß sie sich Freiräume geben würden und das Sie ihren Partner lieben würde.


Anfang März 2000. Mit Hilfe von Julia, Ihren Gesprächen und Ihrem Halt, gelang es mir endlich das erste Mal seit 20 Jahren zu weinen. Ich beschäftigte mich seit ein paar Tagen damit, daß mich irgendetwas quält. Das da was aus mir rauswollte. Und dann passierte es, ich konnte nach 20 Jahren endlich weinen, endlich das rauslassen, was sich an Kummer in mir die letzten Jahre aufgestaut hatte. Ein überwältigendes Erlebnis, das ich mit Julia teilte, die mich festhielt dabei.

Mitte März .Ich fing an, mir vorzustellen, wie es wäre mit Julia eine Partnerschaft zu haben. Ich habe immer für mich gesagt, daß ich mich nie in eine Partnerschaft zwängen würde, das für mich eine Frau, die einen Partner hat, tabu ist. Ich war darüber unglücklich, denn ich wollte nicht, daß Julia und Ihr Partner sich trennen wegen mir. Und ich wollte nicht, dieses wunderbare Freundschaft aufs Spiel setzten. Ich las ein Buch von Peter Lauster, über die Liebe, das Liebe positive Zuwendung ist, die erst einmal grundsätzlich nichts damit zu tun hat, zu nehmen, sondern zu geben. Und das Liebe keine Fesseln hat, keine Bedingungen, kein Festhalten.

Ende März dieses Jahres passierte es dann, Julia ging für ein paar Tage zu einem Seminar ( Thema: Meine Sehnsucht und mein Begehren) und danach wollte sie 2 Wochen wegfahren. Ich empfand Panik, heute weiß ich, das sich diese Panik daraus zusammensetzte, daß ich Angst hatte verlassen zu werden. Ich schrieb Ihr einen Brief, in dem ich Ihr erzählte, daß ich mich wohl in sie verliebt habe, daß ich nicht weiß, wie ich damit umzugehen habe, daß ich unsere Freundschaft nicht aufs Spiel setzten möchte. Nachdem Sie von dem Seminar zurück war, sprachen wir darüber. Sie hatte das Buch von Peter Lauster auch gelesen. Sie sagte, daß sie sich wohl auch im Sinne von Peter Lauster in mich verliebt hätte, daß Sie aber sich nicht von Ihrem Partner trennen wollte, daß Sie glücklich mit Ihm wäre. Sie würde schon mich mal in den Arm nehmen wollen, aber eben nicht mehr. Da wäre eine Grenze. Mir kam das ok vor, ich hatte aber eine Sehnsucht nach Zärtlichkeit entwickelt, ich merkte , daß ich wieder für eine Partnerschaft bereit wäre. Die ich mit Julia nicht ausleben konnte.

Während Julia im Urlaub war, setzte ich eine Kontaktanzeige auf. Ich traf mich mit Hanna, die darauf geantwortet hatte. Es war merkwürdig, wir fühlten sofort eine Wesensverwandschaft, eine Ruhe , ein Gefühl zueinander zu gehören, Vertrauen. Wir verbrachten den ganzen Abend zusammen, konnten Schweigen, ohne daß das Gefühl aufkam, das Schweigen füllen zu müssen. Wir sprachen darüber, daß ich mich mit mir selbst beschäftigt habe, das sie auch eine Therapie hinter sich hatte. Wir sprachen darüber, daß Sie sich von Ihrem Mann vor über Jahr getrennt hatte( nach 19 Jahren Ehe) , daß sie vor der Trennung bei einem altem Bekannten Trost gesucht hat, der sich von seiner Frau trennen wollte, um mit Ihr zusammen zu sein, es aber dann schlußendlich nicht gemacht hat. Nach der Trennung von Ihrem Mann, gab es da noch einen Bekannten, der sich Ihr genähert hat, auch verheiratet, der auch davon sprach, sich von seiner Frau zu trennen. Es aber auch nicht machte. Das alles erzählten wir uns innerhalb von Stunden nach unserem kennenlernen. Ich psrach von meiner Freundschaft (Beziehung?) zu Julia, wir hatten keine Geheimnisse voreinander. Als wir uns trennten an dem Abend hatten wir beide das Gefühl, wir könnten noch stundenlang weiter gemeinsam zusammensitzen und reden.

Hanna hat einen Sohn, denn ich dann auch kennenlernte. Wir kamen auch sofort gut miteinander aus, und ich merkte das er mich auch mochte.

2 Tage später kam mir das „Ich liebe Dich“ über die Lippen. Ich hätte nicht gedacht, daß ich das noch mal so früh und so spontan und mühelos von den Lippen bringen würde. Es war ein ganz ähnliches Gefühl wie bei Julia, geborgen sein, ich sein können, mühelos, vertrauen haben. Und das gleiche Gefühl hatte Hanna. Wir verstanden uns einfach supergut.

Als Julia zurückkam aus Ihrem Urlaub, hatte ich ein mulmiges Gefühl. Wie würde Sie das aufnehmen? Schließlich habe ich Ihr 3 Wochen vorher meine Liebe zu Ihr gestanden, und jetzt habe ich eine Freundin. Ich weiß heute, daß ihr im ersten Moment der Atem stockte, das Sie sich nicht wohl dabei gefühlt hatte. Sie sagte mir, daß sie sich freuen würde, das sie glücklich wäre und sie sich darüber freuen würde, Hanna kennenzulernen. Die Unruhe, die sie kurz überfiel, versteckte Sie.

Ich war glücklich mit Hanna. Wir verstanden uns supergut, genossen das zusammensein. Ich traf mich weiterhin 3 bis 4 mal die Woche mit Julia zum spazierengehen. Sowohl Julias Partner als auch Hanna wußten übrigens alles über die Dinge die Julia und ich machen oder reden. Wir haben damit nie hinterm Berg gehalten, denn ich wollte das Hanna die Freundschaft zu Julia akzeptiert. Was sie auch ohne Probleme gemacht hat. Julia und ich sprachen darüber, was sich für uns geändert hatte.

Wir beide stellten fest, daß wir immer irgend etwas an Gefühl von uns zu unseren Partnern mitnahmen. Es ist schwer zu erklären, wir hatten das Gefühl, das wir unseren Partner noch mehr lieben konnten und noch zärtlicher sein konnten, einfach dadurch, daß wir einander kannten und miteinander Zeit verbrachten. Ich ging in der Beziehung zu Hanna völlig auf, ich war glücklich und zufrieden, es war wunderschön., wir paßten wunderbar zusammen, haben gleiche Interessen.

So lief das ganze bis Spätherbst 2000. Irgend etwas geschah, ich merkte mit der Zeit, das ich Julia auch körperlich begehrte. Ich sagte dazu nichts, aber irgendwie kam das Thema darauf und Julia gestand mir, daß sie mich auch begehrt, das es Ihr auch einen Schauer gab, wenn sie mich berührte. Aber es passierte weiter nichts, Wir nahmen uns in den Arm und genossen das Gefühl der Spannung, aber nicht mehr. Es war irgendwie eine Erweiterung der Intimität, die wir durch unsere Gespräche und Gefühle erlebten.

Im Dezember entschlossen Hanna und ich uns, zusammen zu ziehen. Hanna, Ich, Julia und Ihr Partner fahren zusammen in den Skiurlaub. Hanna hatte Ihre Wohnung noch im Dezember gekündigt. Nach diesem Urlaub ist Julias Partner noch länger weg, da er noch als Skilehrer tätig ist. Julia ist alleine. Und dann passierte es.

Julia und ich schliefen miteinander. Es war ungewohnt, es war auf der einen Seite sehr schön, auf der anderen Seite hatte ich ein ungutes Gefühl. Es war nicht Schuldgefühl, aber irgendwie fühlte es sich nicht richtig an. Trotzdem ist es noch 1 mal passiert. Irgendwie hätte hier schon mein Verstand „Stop“ sagen müssen, aber irgendwie dachte ich nicht darüber nach. Ihr Partner kommt aus seinem verlängertem Urlaub zurück.

Ein paar Tage später kam Julia zu mir und sagte mir, daß sie sich von Ihrem Partner trennt. Und das sie mich will. Und damit begann das Chaos. Meine erste Reaktion war, nein, das kann nicht sein, das darf nicht sein. Ich stürzte in ein absolutes Gefühlschaos. Ich wußte nicht mehr was oben und unten ist, was richtig und falsch ist. Hanna hatte gerade Ihre Wohnung gekündigt, eine sehr schöne, wo sie sich wohlgefühlt hat. Ihr Sohn freute sich darauf, das wir alle zusammenzogen. Und jetzt das. Was sollte ich tun? Ich wußte nicht mehr ein noch aus. Ich war unfähig eine Entscheidung zu treffen. Ich hatte Verantwortung Hanna gegenüber. Sollte alles was ich mit Hanna erlebt habe, eine Lüge gewesen sein? Wollte ich Julia noch? Will ich Hanna? Ich sprach mit Hanna darüber, versuchte Ihr mein Gefühlschaos zu erklären, darum die Kündigung zurückzunehmen, damit ich Zeit habe, mir über alles klar zu werden. Ich habe lange darum gekämpft, dies zu sagen, und nachdem ich es ausgesprochen habe, sagte ich mir, nein, es ist doch alles so ok, wie es ist, ich möchte mit Hanna weitermachen, es war doch so schön alles. Dann wieder wollte ich Julia, sagte das auch Hanna und sagte es auch Julia. Und dann wieder diese Unfähigkeit, zu wissen was richtig ist.

Ich sah wie traurig, betroffen und unglücklich Hanna war, und änderte meine Meinung wieder. Ob diese Änderung nun damit einherging, das mein Gefühl das sagte, es ist richtig, oder ob ich die Verantwortung gegenüber Hanna und Ihrem Sohn, die Sicherheit die sie mir boten, vorzog, oder ob ich einfach meinen Gefühlen folgte, ich kann es nicht sagen.

Dann war auch erst mal ein paar Wochen Ruhe, Julia und ich trafen uns nicht mehr, Ich hatte das Gefühl einer tiefen Wunde, das ein Stück aus mir herausgerissen war. Ich war unruhig, traurig, mir fehlte Julia, ich hatte Sehnsucht nach Ihr, mir fehlte Ihre Nähe und die Gespräche. Ich konnte aber weiterhin mit Hanna leben, sie auch lieben, auch mit Ihr reden, aber irgendwie fehlte etwas. Die Ruhe, die ich bisher gespürt hatte, war dahin.

Hanna zog bei mir ein. Hanna und ich sind dann im April in den Urlaub gefahren. Und dort begann mich die Sehnsucht nach Julia zu quälen. Ich wurde wortkarg und konnte an nichts anderes denken , als das Julia mir fehlt. Hanna merkte natürlich, daß etwas in mir vorging und gärte. Ich kämpfte dagegen an, aber ich kam nicht dagegen an. Die Traurigkeit und diese Sehnsucht kam durch. Ich wollte Julia und Hanna gab auf. Wir sprachen darüber, daß wir uns trennen. Auch das tat so weh, aber in dem Moment wollte ich das so. Zuhause angekommen fing Hanna sofort an sich eine Wohnung zu suchen. Ich war jetzt traurig über diese Trennung, aber auch aufgeregt, Julia wiederzusehen, die sich noch im Urlaub befand. Wir hatten telefoniert und sie war überglücklich, das ich mich für Sie entschieden habe.

Hanna hielt sich wacker, ich konnte natürlich Ihren Schmerz und die Traurigkeit sehen, und es tat mir weh. Ich hatte das Gefühl, sie verraten zu haben, Ihr was vorgelogen zu haben, sie hatte für mich Ihre Wohnung aufgegeben, ist zu mir gezogen und hat mir vertraut. Jonas redete kaum ein Wort mehr mit mir, hatte sich zurückgezogen.

Als Julia zurückkam aus dem Urlaub haben wir uns getroffen, sind uns auch körperlich nahe gekommen und haben zwei Tage miteinander verbracht. Aber ich fühlte mich irgendwie dabei nicht wohl. Was war bloß mit mir los? Ich wußte und weiß es nicht. Ich müßte glücklich sein. War es aber nicht. Endlich hatte ich das erreicht, was ich mir gewünscht hatte. Ich war unruhig, unglücklich. Julia und ich haben schon früher miteinander gekämpft, immer aus Spaß, ein Kräftemessen. Ich fing damit an, wollte meine Unruhe und Unzufriedenheit loswerden. Ich merkte, wie ich immer stärker kämpfte, wie ich gegen Julia ankämpfte, aus Spaß ernst wurde, und dann hielt Julia mir die Beine fest, ich konnte mich nicht lösen von Ihr und ich kämpfte dagegen an, und aus mir drängten sich Worte: Lass mich los,..... und sie ließ mich los, und ich fing hemmungslos an zu weinen. Ich fühlte mich leer, verloren und wollte nur weg. Ich weiß immer noch nicht was passiert ist. Ich flüchtet von Julia, und war plötzlich sicher, das es so nicht richtig war. Ich wollte in dem Moment gar nichts, ich wollte weder Hanna noch Julia, ich wollte einfach nur mit mir alleine sein.

An diesem Abend kam Hanna von einem Kurzurlaub wieder, sie ist natürlich geflüchtet, weil sie wußte, daß an diesem Wochende Julia nach Hause kam und ich mich mit Ihr treffen wollte. Sie konnte und wollte nicht da sein, wenn das passiert, wenn ich von Ihr und zu Julia gehe. Sie merkte sofort, das etwas passiert war, wir sprachen darüber, versuchten beide zu verstehen was passiert war.

Schlußendlich beschlossen wir beide, es weiter zu versuchen, zu schauen wie es sich anfühlt, wie wir miteinander klarkommen und was ich fühle, nachdem dies alles passiert ist. Zwei Tage später liegt der Schlüssel zu meiner Wohnung (Julia hatte einen Schlüssel für meine Wohnung und ich einen für Ihre) in meinem Briefkasten mit einem kleinem Zettel, daß Julia sich noch mal mit Hanna unterhalten möchte und das sie Ihren Schlüssel wiederhaben möchte.

Damit war für mich klar, daß Julia mich nicht mehr will. Ich war irgendwie tot, aber auch erschöpft, wollte nur meine Ruhe und so kamen Hanna und ich uns wieder näher. Wir stellten das Suchen nach einer Wohnung ein, und Hanna zog bei mir ein. Es quält mich mal mehr, mal weniger die Unruhe, das Unglücklichsein, das Gefühl, nicht das richtige zu tun. Auf der anderen Seite ist das Zusammenleben mit Hanna fast perfekt zu nennen, wir verstehen uns, wir versuchen darüber zu reden, wir haben gleiche Hobbies und Gemeinsamkeiten.

Ich habe versucht, mit Julia darüber zu reden, Aber sie blockt, was ich auch verstehen kann, komplett ab. Sie kann mich nicht sehen, ohne das Ihre Sehnsucht sie in die Hölle der Gefühle schickt. Daher lehnt sie es ab, sich mit mir zu treffen und mit mir zu reden. Ich weiß ja doch nicht, was ich will, und dann will sie mich auch nicht. Das wäre nicht der Frank, den sie kennt.

Schlußendlich weiß ich heute immer noch nicht, was ich will. Ich fühle immer noch eine Sehnsucht nach Julia, bin traurig, fahre manchmal bei Ihr vorbei, einfach um vielleicht einen Blick auf Sie zu erhaschen. Irgend etwas quält mich. Ich habe Angst. Ich habe Angst davor, Hanna zu entäuschen, ich habe Angst davor, das meine Sehnsucht zu Julia nur darauf beruht, das ich sie nicht loslassen kann. Ich habe Angst davor, die Sicherheit die Hanna mir gibt, zu verlieren. Und wenn ich mich von Hanna wieder trennen sollte, und ich dann feststelle, es ist nur die Angst in mir, die mich an Julia festhalten läßt, habe ich sowohl Hanna als auch Julia verloren. Die Menschen, die mir im Moment in meinem Leben am meisten bedeuten. Ich weiß immer noch nicht, ob meine Angst verhindert, das ich meine Sehnsucht sehe oder ob meine Angst mir suggeriert eine Sehnsucht zu haben.

Ich habe überlegt, was wäre wenn ich wüßtest, ich würde in einem Jahr sterben. Dann würde ich dieses Jahr mit Julia verbringen wollen. Aber ist das die richtige Frage? Was ist nach diesem Jahr?

Vielleicht fällt dem einem oder anderem etwas dazu ein, was er mir sagen möchte. Was mir hilft, Fragen zu stellen und mir diese zu beantworten.

Suppenkelle ( gelöscht )
Beiträge:

06.08.2001 02:06
#2 RE: Zwischen 2 Frauen entscheiden -Vorsicht langer Text- Thread geschlossen

Hallo Frank,

es klingt vielleicht böse und ist wohl sehr schwer einzusehen, wenn dich die Gefühle gerade im Griff haben, aber:

Wenn du dich zwischen zwei Frauen nicht entscheiden kannst, sind sie beide falsch!

Du wolltest immer zu der, die du gerade nicht hattest, wolltest aber auf jeden Fall überhaupt eine! Keine Freundin zu haben, war keine Alternative für dich.
Deine Gefühlsachterbahn spielt sich in einer relativ kurzen Zeitspanne ab, gerade auch die Entwicklung, nachdem du Hanna kennen gelernt hast. Eine Kontaktanzeige unmittelbar nach dem "Nein" von Julia (das so eindeutig und kompromisslos gar nicht war...) spricht in meinen Augen dafür, dass dir eine Partnerschaft an sich wichtiger war, als eine Beziehung zu Julia. War Julia bloß eine Frau, die "zufällig zur richtigen Zeit am richtigen Ort" war (etwas überspitzt ausgedrückt)?
Du fühlst dich von Verantwortlichkeiten getrieben, willst es allen Beteiligten recht machen und hast noch von dir weggeschoben, dass du in JEDEM Fall einer von beiden weh tun wirst (und schon hast...). Da das sowieso so kommt, ist dies eine gute Gelegenheit, herauszufinden, was DU eigentlich willst. Nicht nur, ob Hanna oder Julia, sondern, ob überhaupt eine Partnerin, ob eine von den beiden, oder eine ganz andere.
Dein Verantwortungsgefühl führt im Moment dazu, dass du beiden mehr weh tust. Wenn ich (ungefragt) einen Rat geben soll: Trenn dich von beiden Frauen, sprich mit ihnen über deine Situation und deinen Plan, brich dann für einige Zeit (6 Monate?) den Kontakt mit beiden ganz ab und sieh bei dir selbst nach, was danach von deinen Gefühlen noch übrig ist. Dann wirst du vielleicht wissen, was du willst. Das ist zwar sehr kopfgesteuert und dogmatisch, aber vielleicht hilft dir so ein starres Gerüst ja.
Es ist unfair gegenüber Hanna, mit ihr zusammenzusein, weil du dich im Augenblick für sie entschieden hast, sie aber im Ungewissen über deine Gefühlslage zu lassen, oder ihr deine emotionale Wankelmütigkeit (;-)) zu zeigen. Wenn sie dich liebt, ist das für sie eine permanente Prüfungs- und Testsituation, in der ihr das Leben sehr schwer und stressig wird.

Eine andere gute Möglichkeit, herauszufinden was du willst, ist folgende: Es ist oft schwierig, unter dem ganzen Ballast des Verstandes, der Moralvorstellungen und der (vermeintlichen) Sachzwänge herauszufinden, was du wirklich willst. Du wirst nie eine Entscheidung leben können, die gegen dein inneres Gefühl ist (gegen deinen "Bauch"). Deshalb gilt es, deine "Bauchmeinung" herauszufinden, sie von allem Ballast zu befreien und zu Gehör zu bringen. Dein "Bauch" ist mit seinem Kommentar zum Glück immer etwas schneller als dein Kopf. (Wahrscheinlich muss er nicht so lang Argumente überlegen, sondern posaunt seine Meinung sofort heraus:-))
Mein Tip: Wirf eine Münze: Kopf ist Hanna, Zahl ist Julia, oder so. Mach dir die Entscheidung durch den Münzwurf richtig deutlich und nimm sie sehr, sehr ernst. Dann wirf die Münze, sieh auf das Ergebnis und horche auf deine erste spontane Reaktion....das war dein "Bauch", der sich da gemeldet hat. Wenn das auch nichts hilft, sind wir wieder ganz am Anfang: Kannst du dich zwischen zwei Frauen nicht entscheiden, sind beide falsch.

Alles sehr leicht gesagt, aber schierig umzusetzen, ich weiss ja...

Viele Grüße

Suppenkelle

nala ( gelöscht )
Beiträge:

02.08.2001 16:09
#3 RE: Zwischen 2 Frauen entscheiden -Vorsicht langer Text- Thread geschlossen

>Hallo frank,

ich glaube, du brauchst beide frauen, um soweit fuer dich ruhig, ausgeglichen und gluecklich leben zu kònnen. denn die beduerfnisse, die du hast, werden erst dann befriedigt, wenn beide frauen den kontakt zu dir aufrechterhalten. eine alleine kann deine beduerfnisse scheinbar nicht decken. was du von der einen nicht bekommen kannst, kriegst du von der anderen. kann ich sehr gut verstehen. idealer weise wàre es die beziehung zu beiden fortzusetzen. vielleicht hàttest du die beziehung zu julia bei freundschaft belassen sollen. nun ja, einen rat? kann ich nicht geben denn sobald du dich fuer eine entscheidest, wird ein teil von dir immer nach der anderen heulen. dies ist klar. ich wuensche dir viel glueck und klaren kopf.

nala



>nachdem ich viel Zeit mit Lesen von Postings verbracht habe, möchte ich einfach mal meine Probleme aufschreiben. Vielleicht hilft es mir, mich besser zu verstehen. Und der eine oder andere sieht aus einem anderem Blickwinkel ja manchmal Dinge, die ich als Betroffener nicht sehe. Entschuldigt den langen Text, aber ich glaube verstehen kann jemand anderes nur so. Namen sind geändert.
>Meine Ex-Frau wollte immer Kinder. Ich selbst habe mich bei der Entscheidung nicht wohl gefühlt. Sie hatte mit Zwillingen eine Frühgeburt. Ein Kind ist 6 Wochen später gestorben, das andere ist schwerstbehindert.
>Im April 1999 haben meine Frau und ich uns getrennt. Diese Trennung war eine Erleichterung für mich. Die Entscheidung dazu kam von Ihr. Ich hätte wohl noch eine Zeit gebraucht, um endlich dieses Entscheidung durchzuziehen. Die mir zugrunde liegenden Handlungsmuster hielten mich davon ab, diese Entscheidung für mich zu treffen, obwohl es für mich gut gewesen wäre. Ich war danach erleichtert und habe wieder angefangen mein Leben zu genießen.
>Ein halbes Jahr später lernte ich Julia kennen. Sie hat, so wie ich ,einen Hund. Die Hunde verstanden sich und tobten herum, wenn wir uns trafen. So ergab es sich, das wir immer öfters zusammen spazierengingen. Zu dem Zeitpunkt wollte ich noch gar keine Partnerschaft wieder eingehen. Und Julia hatte einen Freund, mit dem Sie seit 7 Jahren zusammen war und die auch zusammenlebten. Wir unterhielten uns über Gott und die Welt. Eines Abends, es war ca. 6-7 Wochen nachdem wir uns kennengelernt hatten, kam sie abends zu mir. Sie war, durch irgend etwas dazu bewegt, auf den Friedhof gegangen und hat das Grab meines Sohnes gefunden. Sie wußte nicht, das es dort war. Jedenfalls kam sie zu mir und fing an, darüber zu reden, wie Sie sich dabei gefühlt hat. Ich war wieder damit konfrontiert und es tat gut, mit jemandem darüber zu reden. Dadurch, daß sie sich mir gegenüber geöffnet hatte, fing ich an, mich auch Ihr gegenüber mich zu öffnen. Ich begann Vertrauen zu Ihr zu haben. In der folgenden Zeit entwickelte sich alles weiter. Wir sprachen nicht mehr über belanglose Dinge, sondern über uns, über das was uns bewegte.
>Es ist schwer, das zu beschreiben. Im Laufe der Zeit erfuhr ich, daß Ihr Vater sie abgelehnt hat, das sie im Alter von 9 Jahren angefangen hat, alle Zärtlichkeiten auch von der Seite der Mutter abzulehnen. Ich brauche nichts, ich will nichts. Sie beschäftigte sich seit 2 Jahren mit diesen Erinnerungen und denn damit verbundenen Konsequenzen für Ihr heutiges Leben. Ich selbst fing an, mich damit zu beschäftigen, was mich geprägt hat. Ich merkte, daß ich Verlustängste habe, da meine beiden Eltern berufstätig waren. Ich hatte wechselnde Kindermädchen, die sich um mich kümmerten. Wir sprachen auch darüber, wie das unsere bisherigen Partnerschaften geprägt hatte. Wir hatten soviel Vertrauen zueinander gefaßt, das wir wirklich über alles reden konnten und das auch taten. Dies war auch sehr mühelos. Ich zeigte Ihr, daß ich wirklich Interesse an Ihr habe, an Ihr als Person, an dem was sich in Ihr verbarg. Und sie zeigte mir, daß ich ein liebenswerter Mensch bin, daß ich nicht langweilig und eine graue Maus bin. Ich würde sehr ruhig und ausgeglichen, ich war mit mir und der Welt zufrieden. Sie meinte, daß sie in mir Ihren Vater wiederfinden würde, daß sie mit mir das bearbeiten würde, was Ihr damals gefehlt hat. Wir sprachen auch darüber, daß ich die Beziehung zwischen Ihr und Ihrem Partner befremdlich fand. Sie tauschten nie Zärtlichkeiten miteinander aus, sie verbrachten wenig Zeit gemeinsam. Sie erklärte mir, daß das so richtig sei, daß sie sich Freiräume geben würden und das Sie ihren Partner lieben würde.
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>Anfang März 2000. Mit Hilfe von Julia, Ihren Gesprächen und Ihrem Halt, gelang es mir endlich das erste Mal seit 20 Jahren zu weinen. Ich beschäftigte mich seit ein paar Tagen damit, daß mich irgendetwas quält. Das da was aus mir rauswollte. Und dann passierte es, ich konnte nach 20 Jahren endlich weinen, endlich das rauslassen, was sich an Kummer in mir die letzten Jahre aufgestaut hatte. Ein überwältigendes Erlebnis, das ich mit Julia teilte, die mich festhielt dabei.
>Mitte März .Ich fing an, mir vorzustellen, wie es wäre mit Julia eine Partnerschaft zu haben. Ich habe immer für mich gesagt, daß ich mich nie in eine Partnerschaft zwängen würde, das für mich eine Frau, die einen Partner hat, tabu ist. Ich war darüber unglücklich, denn ich wollte nicht, daß Julia und Ihr Partner sich trennen wegen mir. Und ich wollte nicht, dieses wunderbare Freundschaft aufs Spiel setzten. Ich las ein Buch von Peter Lauster, über die Liebe, das Liebe positive Zuwendung ist, die erst einmal grundsätzlich nichts damit zu tun hat, zu nehmen, sondern zu geben. Und das Liebe keine Fesseln hat, keine Bedingungen, kein Festhalten.
>Ende März dieses Jahres passierte es dann, Julia ging für ein paar Tage zu einem Seminar ( Thema: Meine Sehnsucht und mein Begehren) und danach wollte sie 2 Wochen wegfahren. Ich empfand Panik, heute weiß ich, das sich diese Panik daraus zusammensetzte, daß ich Angst hatte verlassen zu werden. Ich schrieb Ihr einen Brief, in dem ich Ihr erzählte, daß ich mich wohl in sie verliebt habe, daß ich nicht weiß, wie ich damit umzugehen habe, daß ich unsere Freundschaft nicht aufs Spiel setzten möchte. Nachdem Sie von dem Seminar zurück war, sprachen wir darüber. Sie hatte das Buch von Peter Lauster auch gelesen. Sie sagte, daß sie sich wohl auch im Sinne von Peter Lauster in mich verliebt hätte, daß Sie aber sich nicht von Ihrem Partner trennen wollte, daß Sie glücklich mit Ihm wäre. Sie würde schon mich mal in den Arm nehmen wollen, aber eben nicht mehr. Da wäre eine Grenze. Mir kam das ok vor, ich hatte aber eine Sehnsucht nach Zärtlichkeit entwickelt, ich merkte , daß ich wieder für eine Partnerschaft bereit wäre. Die ich mit Julia nicht ausleben konnte.
>Während Julia im Urlaub war, setzte ich eine Kontaktanzeige auf. Ich traf mich mit Hanna, die darauf geantwortet hatte. Es war merkwürdig, wir fühlten sofort eine Wesensverwandschaft, eine Ruhe , ein Gefühl zueinander zu gehören, Vertrauen. Wir verbrachten den ganzen Abend zusammen, konnten Schweigen, ohne daß das Gefühl aufkam, das Schweigen füllen zu müssen. Wir sprachen darüber, daß ich mich mit mir selbst beschäftigt habe, das sie auch eine Therapie hinter sich hatte. Wir sprachen darüber, daß Sie sich von Ihrem Mann vor über Jahr getrennt hatte( nach 19 Jahren Ehe) , daß sie vor der Trennung bei einem altem Bekannten Trost gesucht hat, der sich von seiner Frau trennen wollte, um mit Ihr zusammen zu sein, es aber dann schlußendlich nicht gemacht hat. Nach der Trennung von Ihrem Mann, gab es da noch einen Bekannten, der sich Ihr genähert hat, auch verheiratet, der auch davon sprach, sich von seiner Frau zu trennen. Es aber auch nicht machte. Das alles erzählten wir uns innerhalb von Stunden nach unserem kennenlernen. Ich psrach von meiner Freundschaft (Beziehung?) zu Julia, wir hatten keine Geheimnisse voreinander. Als wir uns trennten an dem Abend hatten wir beide das Gefühl, wir könnten noch stundenlang weiter gemeinsam zusammensitzen und reden.
>Hanna hat einen Sohn, denn ich dann auch kennenlernte. Wir kamen auch sofort gut miteinander aus, und ich merkte das er mich auch mochte.
>2 Tage später kam mir das „Ich liebe Dich“ über die Lippen. Ich hätte nicht gedacht, daß ich das noch mal so früh und so spontan und mühelos von den Lippen bringen würde. Es war ein ganz ähnliches Gefühl wie bei Julia, geborgen sein, ich sein können, mühelos, vertrauen haben. Und das gleiche Gefühl hatte Hanna. Wir verstanden uns einfach supergut.
>Als Julia zurückkam aus Ihrem Urlaub, hatte ich ein mulmiges Gefühl. Wie würde Sie das aufnehmen? Schließlich habe ich Ihr 3 Wochen vorher meine Liebe zu Ihr gestanden, und jetzt habe ich eine Freundin. Ich weiß heute, daß ihr im ersten Moment der Atem stockte, das Sie sich nicht wohl dabei gefühlt hatte. Sie sagte mir, daß sie sich freuen würde, das sie glücklich wäre und sie sich darüber freuen würde, Hanna kennenzulernen. Die Unruhe, die sie kurz überfiel, versteckte Sie.
>Ich war glücklich mit Hanna. Wir verstanden uns supergut, genossen das zusammensein. Ich traf mich weiterhin 3 bis 4 mal die Woche mit Julia zum spazierengehen. Sowohl Julias Partner als auch Hanna wußten übrigens alles über die Dinge die Julia und ich machen oder reden. Wir haben damit nie hinterm Berg gehalten, denn ich wollte das Hanna die Freundschaft zu Julia akzeptiert. Was sie auch ohne Probleme gemacht hat. Julia und ich sprachen darüber, was sich für uns geändert hatte.
>Wir beide stellten fest, daß wir immer irgend etwas an Gefühl von uns zu unseren Partnern mitnahmen. Es ist schwer zu erklären, wir hatten das Gefühl, das wir unseren Partner noch mehr lieben konnten und noch zärtlicher sein konnten, einfach dadurch, daß wir einander kannten und miteinander Zeit verbrachten. Ich ging in der Beziehung zu Hanna völlig auf, ich war glücklich und zufrieden, es war wunderschön., wir paßten wunderbar zusammen, haben gleiche Interessen.
>So lief das ganze bis Spätherbst 2000. Irgend etwas geschah, ich merkte mit der Zeit, das ich Julia auch körperlich begehrte. Ich sagte dazu nichts, aber irgendwie kam das Thema darauf und Julia gestand mir, daß sie mich auch begehrt, das es Ihr auch einen Schauer gab, wenn sie mich berührte. Aber es passierte weiter nichts, Wir nahmen uns in den Arm und genossen das Gefühl der Spannung, aber nicht mehr. Es war irgendwie eine Erweiterung der Intimität, die wir durch unsere Gespräche und Gefühle erlebten.
>Im Dezember entschlossen Hanna und ich uns, zusammen zu ziehen. Hanna, Ich, Julia und Ihr Partner fahren zusammen in den Skiurlaub. Hanna hatte Ihre Wohnung noch im Dezember gekündigt. Nach diesem Urlaub ist Julias Partner noch länger weg, da er noch als Skilehrer tätig ist. Julia ist alleine. Und dann passierte es.
>Julia und ich schliefen miteinander. Es war ungewohnt, es war auf der einen Seite sehr schön, auf der anderen Seite hatte ich ein ungutes Gefühl. Es war nicht Schuldgefühl, aber irgendwie fühlte es sich nicht richtig an. Trotzdem ist es noch 1 mal passiert. Irgendwie hätte hier schon mein Verstand „Stop“ sagen müssen, aber irgendwie dachte ich nicht darüber nach. Ihr Partner kommt aus seinem verlängertem Urlaub zurück.
>Ein paar Tage später kam Julia zu mir und sagte mir, daß sie sich von Ihrem Partner trennt. Und das sie mich will. Und damit begann das Chaos. Meine erste Reaktion war, nein, das kann nicht sein, das darf nicht sein. Ich stürzte in ein absolutes Gefühlschaos. Ich wußte nicht mehr was oben und unten ist, was richtig und falsch ist. Hanna hatte gerade Ihre Wohnung gekündigt, eine sehr schöne, wo sie sich wohlgefühlt hat. Ihr Sohn freute sich darauf, das wir alle zusammenzogen. Und jetzt das. Was sollte ich tun? Ich wußte nicht mehr ein noch aus. Ich war unfähig eine Entscheidung zu treffen. Ich hatte Verantwortung Hanna gegenüber. Sollte alles was ich mit Hanna erlebt habe, eine Lüge gewesen sein? Wollte ich Julia noch? Will ich Hanna? Ich sprach mit Hanna darüber, versuchte Ihr mein Gefühlschaos zu erklären, darum die Kündigung zurückzunehmen, damit ich Zeit habe, mir über alles klar zu werden. Ich habe lange darum gekämpft, dies zu sagen, und nachdem ich es ausgesprochen habe, sagte ich mir, nein, es ist doch alles so ok, wie es ist, ich möchte mit Hanna weitermachen, es war doch so schön alles. Dann wieder wollte ich Julia, sagte das auch Hanna und sagte es auch Julia. Und dann wieder diese Unfähigkeit, zu wissen was richtig ist.
>Ich sah wie traurig, betroffen und unglücklich Hanna war, und änderte meine Meinung wieder. Ob diese Änderung nun damit einherging, das mein Gefühl das sagte, es ist richtig, oder ob ich die Verantwortung gegenüber Hanna und Ihrem Sohn, die Sicherheit die sie mir boten, vorzog, oder ob ich einfach meinen Gefühlen folgte, ich kann es nicht sagen.
>Dann war auch erst mal ein paar Wochen Ruhe, Julia und ich trafen uns nicht mehr, Ich hatte das Gefühl einer tiefen Wunde, das ein Stück aus mir herausgerissen war. Ich war unruhig, traurig, mir fehlte Julia, ich hatte Sehnsucht nach Ihr, mir fehlte Ihre Nähe und die Gespräche. Ich konnte aber weiterhin mit Hanna leben, sie auch lieben, auch mit Ihr reden, aber irgendwie fehlte etwas. Die Ruhe, die ich bisher gespürt hatte, war dahin.
>Hanna zog bei mir ein. Hanna und ich sind dann im April in den Urlaub gefahren. Und dort begann mich die Sehnsucht nach Julia zu quälen. Ich wurde wortkarg und konnte an nichts anderes denken , als das Julia mir fehlt. Hanna merkte natürlich, daß etwas in mir vorging und gärte. Ich kämpfte dagegen an, aber ich kam nicht dagegen an. Die Traurigkeit und diese Sehnsucht kam durch. Ich wollte Julia und Hanna gab auf. Wir sprachen darüber, daß wir uns trennen. Auch das tat so weh, aber in dem Moment wollte ich das so. Zuhause angekommen fing Hanna sofort an sich eine Wohnung zu suchen. Ich war jetzt traurig über diese Trennung, aber auch aufgeregt, Julia wiederzusehen, die sich noch im Urlaub befand. Wir hatten telefoniert und sie war überglücklich, das ich mich für Sie entschieden habe.
>Hanna hielt sich wacker, ich konnte natürlich Ihren Schmerz und die Traurigkeit sehen, und es tat mir weh. Ich hatte das Gefühl, sie verraten zu haben, Ihr was vorgelogen zu haben, sie hatte für mich Ihre Wohnung aufgegeben, ist zu mir gezogen und hat mir vertraut. Jonas redete kaum ein Wort mehr mit mir, hatte sich zurückgezogen.
>Als Julia zurückkam aus dem Urlaub haben wir uns getroffen, sind uns auch körperlich nahe gekommen und haben zwei Tage miteinander verbracht. Aber ich fühlte mich irgendwie dabei nicht wohl. Was war bloß mit mir los? Ich wußte und weiß es nicht. Ich müßte glücklich sein. War es aber nicht. Endlich hatte ich das erreicht, was ich mir gewünscht hatte. Ich war unruhig, unglücklich. Julia und ich haben schon früher miteinander gekämpft, immer aus Spaß, ein Kräftemessen. Ich fing damit an, wollte meine Unruhe und Unzufriedenheit loswerden. Ich merkte, wie ich immer stärker kämpfte, wie ich gegen Julia ankämpfte, aus Spaß ernst wurde, und dann hielt Julia mir die Beine fest, ich konnte mich nicht lösen von Ihr und ich kämpfte dagegen an, und aus mir drängten sich Worte: Lass mich los,..... und sie ließ mich los, und ich fing hemmungslos an zu weinen. Ich fühlte mich leer, verloren und wollte nur weg. Ich weiß immer noch nicht was passiert ist. Ich flüchtet von Julia, und war plötzlich sicher, das es so nicht richtig war. Ich wollte in dem Moment gar nichts, ich wollte weder Hanna noch Julia, ich wollte einfach nur mit mir alleine sein.
>An diesem Abend kam Hanna von einem Kurzurlaub wieder, sie ist natürlich geflüchtet, weil sie wußte, daß an diesem Wochende Julia nach Hause kam und ich mich mit Ihr treffen wollte. Sie konnte und wollte nicht da sein, wenn das passiert, wenn ich von Ihr und zu Julia gehe. Sie merkte sofort, das etwas passiert war, wir sprachen darüber, versuchten beide zu verstehen was passiert war.
>Schlußendlich beschlossen wir beide, es weiter zu versuchen, zu schauen wie es sich anfühlt, wie wir miteinander klarkommen und was ich fühle, nachdem dies alles passiert ist. Zwei Tage später liegt der Schlüssel zu meiner Wohnung (Julia hatte einen Schlüssel für meine Wohnung und ich einen für Ihre) in meinem Briefkasten mit einem kleinem Zettel, daß Julia sich noch mal mit Hanna unterhalten möchte und das sie Ihren Schlüssel wiederhaben möchte.
>Damit war für mich klar, daß Julia mich nicht mehr will. Ich war irgendwie tot, aber auch erschöpft, wollte nur meine Ruhe und so kamen Hanna und ich uns wieder näher. Wir stellten das Suchen nach einer Wohnung ein, und Hanna zog bei mir ein. Es quält mich mal mehr, mal weniger die Unruhe, das Unglücklichsein, das Gefühl, nicht das richtige zu tun. Auf der anderen Seite ist das Zusammenleben mit Hanna fast perfekt zu nennen, wir verstehen uns, wir versuchen darüber zu reden, wir haben gleiche Hobbies und Gemeinsamkeiten.
>Ich habe versucht, mit Julia darüber zu reden, Aber sie blockt, was ich auch verstehen kann, komplett ab. Sie kann mich nicht sehen, ohne das Ihre Sehnsucht sie in die Hölle der Gefühle schickt. Daher lehnt sie es ab, sich mit mir zu treffen und mit mir zu reden. Ich weiß ja doch nicht, was ich will, und dann will sie mich auch nicht. Das wäre nicht der Frank, den sie kennt.
>Schlußendlich weiß ich heute immer noch nicht, was ich will. Ich fühle immer noch eine Sehnsucht nach Julia, bin traurig, fahre manchmal bei Ihr vorbei, einfach um vielleicht einen Blick auf Sie zu erhaschen. Irgend etwas quält mich. Ich habe Angst. Ich habe Angst davor, Hanna zu entäuschen, ich habe Angst davor, das meine Sehnsucht zu Julia nur darauf beruht, das ich sie nicht loslassen kann. Ich habe Angst davor, die Sicherheit die Hanna mir gibt, zu verlieren. Und wenn ich mich von Hanna wieder trennen sollte, und ich dann feststelle, es ist nur die Angst in mir, die mich an Julia festhalten läßt, habe ich sowohl Hanna als auch Julia verloren. Die Menschen, die mir im Moment in meinem Leben am meisten bedeuten. Ich weiß immer noch nicht, ob meine Angst verhindert, das ich meine Sehnsucht sehe oder ob meine Angst mir suggeriert eine Sehnsucht zu haben.
>Ich habe überlegt, was wäre wenn ich wüßtest, ich würde in einem Jahr sterben. Dann würde ich dieses Jahr mit Julia verbringen wollen. Aber ist das die richtige Frage? Was ist nach diesem Jahr?
>Vielleicht fällt dem einem oder anderem etwas dazu ein, was er mir sagen möchte. Was mir hilft, Fragen zu stellen und mir diese zu beantworten.

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