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Dieses Thema hat 26 Antworten
und wurde 618 mal aufgerufen
 Psychotanten - Eingang zum Forum
Seiten 1 | 2
Donald Duck ( gelöscht )
Beiträge:

24.08.2009 17:42
RE: vielleicht ist es auch "einfach" nur so antworten

Hallo, zusammen.

Ich bin mitte dreißig, fühle mich gerade wie ein 17 jähriger was Lebenserfahrung, Selbstsicherheit, Lebensplanung usw. anbelangt.

Das meiste geht an mir vorbei - ich kann damit nichts anfangen, mir fehlt aber auch nicht wirklich etwas, es macht mich nur traurig, wenn ich beobachte, dass andere es haben/können und ich nicht.

SO lange ich denken kann, kann ich mich nicht freuen oder habe eine Art Sinn für mein Dasein gefunden, ob ich mich dazu zwinge oder es auf mich zukommen lasse.

Ich fühle mich mit anderen Menschen eigentlich immer unterlegen und wertlos - egal ob das stimmen mag oder nicht.
Ich formuliere DInge, die mich betreffend total bescheuert, so dass kaum einer mich versteht - weil ich es selbst nicht besser kann.

Mein Leben wird sehr durch Angst und Ängste geprägt. Angst, es zu nichts zu bringen, nie auf eigenen Beinen stehen zu können.
Ängste vor dem Leben, meine "kleine Welt" zu verlieren. Ängste, ich werde als langweilig und stoffelig abgeschrieben.

Daher bin ich einer der Lieben geworden, die alles tun, was ihnen möglich ist, um ihrem Umfelt positiv erscheinen. Es geht mir besser, wenn ich gebraucht werde - natürlich bekomme ich das nicht zurück.


So.
Ich habe diverse Therapien, Kuren, Medikamente und alles mögliche andere ausprobiert - Resultat: Ich merke einfach nichts.

Zum Wochenende habe ich in der Hoffnung, ich bin doch nur irgendwo blockiert, ein neues Medi ausprobiert. Die letzte Nacht verbrachte ich jedoch mit sehr starken Angstzuständen. Es war mir nicht mehr möglich es auszuhalten und ich bin noch immer neben der Rolle.

Jetzt habe ich ein anderes Medikament bekommen und irgendwie lese ich diese ganzen Beipackzettel, Erfahrungen von anderen, die es genommen haben und die Angst wieder in diese Situation zu kommen, bzw. wieder nichts zu spüren, ausser der Nebenwirkungen nimmt zu.

Ich weiß nicht, wofür ich es nehmen soll. Kann ich dann evtl, etwas fühlen/erleben, dass ich nicht (mehr?) kenne?

Was würdet Ihr da tun/raten?

egal ( gelöscht )
Beiträge:

25.08.2009 00:29
#2 RE: vielleicht ist es auch "einfach" nur so antworten

Hallo Donald, es tut mir leid, dass du so resigniert bist. Meist bringt alles nichts, wenn du zu dem Rückschluss gekommen bist, dass eh nichts hilft und daran fest hältst.

vielleicht tröstet es dich, wenn ich dir sage: nichts ist *einfach so*, alles ändert sich...alles Glück, aber auch Unglück.

Hast du schon eine Verhaltenstherapie gemacht?

armerIrrer ( gelöscht )
Beiträge:

25.08.2009 13:07
#3 RE: vielleicht ist es auch "einfach" nur so antworten

Wie siehts denn mit echter Selbsterfahrung aus? Tatsächlich die eigenen Grenzen auszuloten. Eben nicht, um wieder eine Bestätigung für die Selbstzweifel zu bekommen, sondern um das positive Erlebnis zu haben, wie weit man selbst tatsächlich kommen kann.

Ich hab mal an einem Feuerlaufritual teilgenommen... klingt schräg, war es (für mich) auch... aber die Tage danach haben Gedanken und Einsichten über mich selbst gebracht, die mir geholfen haben, mich weiterzu entwickeln.


Sowas kann und soll keine professionelle psychologische Hilfe ersetzen. Ich persönlich halte es halt für wichtig, die Verantwortung für sich selbst nicht ganz aufzugeben und in die Hände anderer zu legen.

Malina- Offline



Beiträge: 101

26.08.2009 12:10
#4 RE: vielleicht ist es auch "einfach" nur so antworten

Hallo Donald,

ich bin in deinem Alter und kenne die Gedanken, die du beschreibst. Ich bin der Meinung, dass wir ein zu geringes Selbstwertgefühl in der Kindheit gelernt haben. Das ist bei mir auch der Fall. Wir müssen das wieder "ver-lernen", und dazu hilft SElbstreflexion und eine Psychotherapie, meines Erachtens. Ich beginne demnächt wieder eine und meine vorige half mir da auch durchaus.

Mir geht es wie "Armer Irrer", ich frage mich auch, ob Medikamente bei diesen Problemen einen Nutzen haben. Diese bringen eher etwas, wenn das chemische Gleichgewicht im Körper aus der Balance ist, wie zB bei anhaltenden Depressionen. Aber bei erlerntem Verhalten sollte man analysieren, woher das genau kommt und neue Verhaltensformen erlernen. Das ist ei langer Weg, bei dem man in kleinen Schrittchen vorankommt, und einige alte Muster sind bei mir immer noch präsent. Aber es hilft. Medikamente dämpfen einen meist, oder machen unruhig...

Hast du schon Psychoanalyse oder Verhaltentherapie versucht?

Liebe Grüße Malina

Donald Duck ( gelöscht )
Beiträge:

25.10.2009 10:52
#5 RE: vielleicht ist es auch "einfach" nur so antworten

Hallo!

Danke für die Nachrichten, ich hatte in letzter Zeit kein Internet.

Medikamente habe ich ausprobiert, ich merke nichts. Ist ähnlich wie beim Alkohol, da merke ich auch nichts.

Bislang hatte ich 2 tiefenpsychologische Therapien und eine Verhaltenstherapie. Auch 2 Kuren hatte ich schon.

Ich komme nicht weiter. Es kommen immer mehr Ängste hinzu und ich krieg keine Erklärung dafür. Auf banale Dinge zieht sich bei mir mittlerweile alles zusammen, weil ich Panik habe.

Habe jetzt etwas von erlernter Hilflosigkeit gelesen, klingt plausibel.

Hätte ich doch lieber einen gebrochenen Arm oder etwas, das man sehen kann.

Es tut total weh immer zu hören, ich müsse mich zusammen reissen - das tue ich und wie, leider bekomme ich nichts zu rück, dann werde ich traurig und böse, es gibt Streß, die Angst steigt an, ich bin gelähmt ....
kiingt nach einer Heulsuse..

Huhngesicht ( gelöscht )
Beiträge:

25.10.2009 17:24
#6 RE: vielleicht ist es auch "einfach" nur so antworten

Hallo Donald Duck,
bevor Du Medikamente nimmst oder "irgendwelche" Therpien machst, waere es interessant zu wissen, wie denn konkret Deine Diagnose lautet.
Also was unterstellen Experten, woran Du leidest?
Du schreibst ja nur etwas von Aengsten. Bist Du diffus aengstlich, oder leidest Du unter Phobien? Wie heisst zB das Medikament, welches Du jetzt ganz neu nehmen sollst?
Zwischen gravierend psychsich krank und nur eben "etwas scheisse drauf sein" liegen Welten.
Bei diffuser Angst kann es manchmal einfach schon helfen, sich im Rahmen seiner Grenzen zu akzeptieren (natuerlich ohne dass man das als Entschuldigung betrachtet, sich nicht verbessern zu wollen).

Huhngesicht

armerIrrer ( gelöscht )
Beiträge:

26.10.2009 09:40
#7 RE: vielleicht ist es auch "einfach" nur so antworten

"Zusammenreißen" ist vielleicht der falsche Ausdruck... oder auch der komplett falsche Weg.

Statt dich "zusammenzureißen" und zu versuchen, deine Ängste zu unterdrücken, versuch sie doch, zumindest teilweise, als Teil von dir zu akzeptieren.
Nimm dir selbst den Druck, die Spannung.

Die extremere Variante wäre die direkte Konfrontation mit den Auslösern für deine Ängste. Das wirkliche ausleben und erfahren. Da solltest du aber keien Experimente in Eigenregie machen.

Ich denke, du brauchst einen Therapeuten, den du weniger als "absolute und sofortige Hilfe" siehst, sondern eher als anleitende Vertrauensperson.

Codo Offline




Beiträge: 68

26.10.2009 17:35
#8 RE: vielleicht ist es auch "einfach" nur so antworten

Zitat
[i]
Bislang hatte ich 2 tiefenpsychologische Therapien und eine Verhaltenstherapie. Auch 2 Kuren hatte ich schon.
Ich komme nicht weiter. Es kommen immer mehr Ängste hinzu und ich krieg keine Erklärung dafür. Auf banale Dinge zieht sich bei mir mittlerweile alles zusammen, weil ich Panik habe.
Habe jetzt etwas von erlernter Hilflosigkeit gelesen, klingt plausibel.
Es tut total weh immer zu hören, ich müsse mich zusammen reissen - das tue ich und wie, leider bekomme ich nichts zu rück, dann werde ich traurig und böse, es gibt Streß, die Angst steigt an, ich bin gelähmt ....



Zusammenreissen bringt sicher nichts. Denn damit verdrängst Du die Aengste und irgendwann platzen sie aus Dir raus.

Hast Du schon von EFT (Emotional Freedom Techniques) gehört? Das ist so eine Art Klopfakupressur verbunden mit NLP. Lässt sich leicht erlernen, Therapeuten können unterstützend wirken. Und ist sehr hilfreich bei Aengsten und Phobien. Guckst Du hier: http://www.eft-info.com/

Ansonsten würd ich Dir nicht zu tiefenpsychologischen Therapeuten raten, sondern zu einem richtigen Psychiater. (nein, das ist nichts schlimmes!) Der kann Dir allenfalls vorübergehend noch Medikamente verschreiben, dass die Aengste Dich nicht so überrollen und Dir weiterhelfen, diese Aengste in Griff zu kriegen.

Viel Glück

Codo

Liebe mich am meisten, wenn ich es am wenigsten verdient habe, dann habe ich es am nötigsten!

huhngesicht ( gelöscht )
Beiträge:

26.10.2009 20:33
#9 RE: vielleicht ist es auch "einfach" nur so antworten

Hallo Codo,
ich will Dir nicht zunahe treten, aber Dein Vorschlag ist Esokram.
http://de.wikipedia.org/wiki/Emotional_Freedom_Techniques

Huhngesicht


Zitat
[i]
Bislang hatte ich 2 tiefenpsychologische Therapien und eine Verhaltenstherapie. Auch 2 Kuren hatte ich schon.
Ich komme nicht weiter. Es kommen immer mehr Ängste hinzu und ich krieg keine Erklärung dafür. Auf banale Dinge zieht sich bei mir mittlerweile alles zusammen, weil ich Panik habe.
Habe jetzt etwas von erlernter Hilflosigkeit gelesen, klingt plausibel.
Es tut total weh immer zu hören, ich müsse mich zusammen reissen - das tue ich und wie, leider bekomme ich nichts zu rück, dann werde ich traurig und böse, es gibt Streß, die Angst steigt an, ich bin gelähmt ....



Zusammenreissen bringt sicher nichts. Denn damit verdrängst Du die Aengste und irgendwann platzen sie aus Dir raus.

Hast Du schon von EFT (Emotional Freedom Techniques) gehört? Das ist so eine Art Klopfakupressur verbunden mit NLP. Lässt sich leicht erlernen, Therapeuten können unterstützend wirken. Und ist sehr hilfreich bei Aengsten und Phobien. Guckst Du hier: http://www.eft-info.com/

Ansonsten würd ich Dir nicht zu tiefenpsychologischen Therapeuten raten, sondern zu einem richtigen Psychiater. (nein, das ist nichts schlimmes!) Der kann Dir allenfalls vorübergehend noch Medikamente verschreiben, dass die Aengste Dich nicht so überrollen und Dir weiterhelfen, diese Aengste in Griff zu kriegen.

Viel Glück

Codo
[/quote]

Donald Duck ( gelöscht )
Beiträge:

27.10.2009 17:00
#10 RE: vielleicht ist es auch "einfach" nur so antworten

Hallo, Huhngesicht!

Also, Diagnosen gibt es von schwere Depression über mittelschwere depressive Episode, einmal las ist etwas mit Nazismus (muss aber nicht stimmen), die letzte lautet Dystymia und Anpassungsstörung.

Das letzte Medikament, das noch im Schrank schlummert heisst Valdoxan.

Die Ängste bauen sich meinem Empfinden nach auf in Situationen, in denen ich mit meinem geringen Selbstwert konfrontiert bin (emfpunden fast immer).

Es passiert immer, wenn ich irgendwie mit mir konfrontiert bin. Kann ich anderen unter die Arme greifen, geht´s mir nicht so schlecht.

Bin ich dabei alleine lernen zu müssen, klappt das fast gar nicht - ich fühle mich dann schlecht, weil ich denke, ich schaffe meine Ausbildung nicht, und wenn, werde ich im Job versagen.

Kommt meine Partnerin dann, konfrontiert sie mich mit ihren Problemen und wünschen, denen ich willig entgegenkomme. In meinen Augen wird von ihr vieles nur für andere gemacht, bei mir kann man sich gehen lassen.

Das macht mich verzweifelt und wütend, letztendlich entstehen Ängste daraus verlassen/betrogen werden zu können. Mir ist das mit meiner ersten Frau passiert (ohne da so gewesen zu sein) und aus der Geschichte meiner jetzigen weiß ich halt, sie hat soetwas durchaus schon gemacht (vor mir).

Allerdings gab es sehr viele Männer in ihrem Leben, da bleibt die Frage für mich, wo bin ich dann noch etwas besonderes? ...

Ich hoffe, es ist an diesem Beispiel nachvollziehbar.





Zitat
Gepostet von Huhngesicht
Hallo Donald Duck,
bevor Du Medikamente nimmst oder "irgendwelche" Therpien machst, waere es interessant zu wissen, wie denn konkret Deine Diagnose lautet.
Also was unterstellen Experten, woran Du leidest?
Du schreibst ja nur etwas von Aengsten. Bist Du diffus aengstlich, oder leidest Du unter Phobien? Wie heisst zB das Medikament, welches Du jetzt ganz neu nehmen sollst?
Zwischen gravierend psychsich krank und nur eben "etwas scheisse drauf sein" liegen Welten.
Bei diffuser Angst kann es manchmal einfach schon helfen, sich im Rahmen seiner Grenzen zu akzeptieren (natuerlich ohne dass man das als Entschuldigung betrachtet, sich nicht verbessern zu wollen).

Huhngesicht

Gast ( gelöscht )
Beiträge:

27.10.2009 17:03
#11 RE: vielleicht ist es auch "einfach" nur so antworten

Hallo, armerirrer.

Ich reiße mich jeden Tag zusammen, mache Essen, fahre zur Ausbildung, arbeite, stelle mich dem Leben, aber das macht es mir nicht leichter. Fühlt sich an, als sammle sich da immer mehr Ballast an.

Die Konfrontation mit meinen "Ängsten" ging nach hinten los. Ich habe mich z.B. ein wenig mit dem Leben meiner Partnerin auseinandergesetzt. Seitdem habe ich bei vielen Äußerungen/Erlebnissen Gedanken an diese Geschichten und fühle mich sehr schlecht damit, weil ich mich minderwertig und nicht reif fühle.


Hoffe, das ist verständlich

Zitat
Gepostet von armerIrrer
"Zusammenreißen" ist vielleicht der falsche Ausdruck... oder auch der komplett falsche Weg.

Statt dich "zusammenzureißen" und zu versuchen, deine Ängste zu unterdrücken, versuch sie doch, zumindest teilweise, als Teil von dir zu akzeptieren.
Nimm dir selbst den Druck, die Spannung.

Die extremere Variante wäre die direkte Konfrontation mit den Auslösern für deine Ängste. Das wirkliche ausleben und erfahren. Da solltest du aber keien Experimente in Eigenregie machen.

Ich denke, du brauchst einen Therapeuten, den du weniger als "absolute und sofortige Hilfe" siehst, sondern eher als anleitende Vertrauensperson.

Donald Duck ( gelöscht )
Beiträge:

27.10.2009 17:48
#12 RE: vielleicht ist es auch "einfach" nur so antworten

Hallo, Codo!

EFT.... Ja, damit habe ich schon Erfahrungen gesammelt und viel viel Geld verloren.
Damals war mir ständig schwindelig, daraus baute sich dann für mich erkennbar meine Selbstwertproblematik auf (dass ich immer depri bin, nicht anzufangen weiß - also aus mir heraus - war mir ja schon lange bekannt).

Meine Erfahrungen waren auch hier leider kaum zu spüren. Ich bekam den Eindruck sehr empfindlich zu reagieren, ohne körperlich irgendwie gebrechlich zu sein, soweit geht es mir top!

Ich glaube nach 4 oder 5 Sitzungen hatte ich kein Geld mehr und wandte mich dem zu, was die KK zu zahlen bereit war.

Innerlich glaube ich, will ich auch eine Antwort und keine Methode haben.


Zitat
Gepostet von Codo

Zitat
[i]
Bislang hatte ich 2 tiefenpsychologische Therapien und eine Verhaltenstherapie. Auch 2 Kuren hatte ich schon.
Ich komme nicht weiter. Es kommen immer mehr Ängste hinzu und ich krieg keine Erklärung dafür. Auf banale Dinge zieht sich bei mir mittlerweile alles zusammen, weil ich Panik habe.
Habe jetzt etwas von erlernter Hilflosigkeit gelesen, klingt plausibel.
Es tut total weh immer zu hören, ich müsse mich zusammen reissen - das tue ich und wie, leider bekomme ich nichts zu rück, dann werde ich traurig und böse, es gibt Streß, die Angst steigt an, ich bin gelähmt ....



Zusammenreissen bringt sicher nichts. Denn damit verdrängst Du die Aengste und irgendwann platzen sie aus Dir raus.

Hast Du schon von EFT (Emotional Freedom Techniques) gehört? Das ist so eine Art Klopfakupressur verbunden mit NLP. Lässt sich leicht erlernen, Therapeuten können unterstützend wirken. Und ist sehr hilfreich bei Aengsten und Phobien. Guckst Du hier: http://www.eft-info.com/

Ansonsten würd ich Dir nicht zu tiefenpsychologischen Therapeuten raten, sondern zu einem richtigen Psychiater. (nein, das ist nichts schlimmes!) Der kann Dir allenfalls vorübergehend noch Medikamente verschreiben, dass die Aengste Dich nicht so überrollen und Dir weiterhelfen, diese Aengste in Griff zu kriegen.

Viel Glück

Codo


huhngesicht ( gelöscht )
Beiträge:

27.10.2009 20:32
#13 RE: vielleicht ist es auch "einfach" nur so antworten

Hallo Donald Duck,

Also, Diagnosen gibt es von schwere Depression über mittelschwere depressive Episode, einmal las ist etwas mit Nazismus (muss aber nicht stimmen), die letzte lautet Dystymia und Anpassungsstörung.

2###
Mit anderen Worten hast Du keine wirklich brauchbare Diagnose. Weil man keine "anstaendige" Depression feststellen konnte, hast Du jetzt dieses unklare ein bisschen chronisch fastdepressiv Dystymia.
Das ist natuerlich weniger erfreulich fuer Dich, macht aber die Diskussion als Suche nach dem "was ist los" interessanter.
2###

Das letzte Medikament, das noch im Schrank schlummert heisst Valdoxan.

2###
Also wieder ein Antidepressivum. Wenn ich Dich richtig verstanden habe, hat bisher nie eines geholfen? Welche Psychopharmaka wurden denn noch ausprobiert?
2###

Die Ängste bauen sich meinem Empfinden nach auf in Situationen, in denen ich mit meinem geringen Selbstwert konfrontiert bin (emfpunden fast immer).

2###
Wenn Du Dir Deinen Selbstwert bewusst machst, ist dieser relativ oder absolut niedrig?
Empfindest Du Dich also eigentlich als ganz ok, aber situationsabhaengig minderwertiger als ein Gegenueber oder empfindest Du Dich als richtig "scheisse"?
Warum ist es Dir ueberhaupt wichtig, einen gefuehlten Selbstwert zu haben? Nach Deiner Schilderung koenntest Du Dich ja relativ wertneutral finden. Du bist weder ein Superheld, noch ein Totalversager. Woher kommt also ueberhaupt Dein Wunsch, Dich aufzuwerten oder zu bewerten?
2###

Es passiert immer, wenn ich irgendwie mit mir konfrontiert bin.

2###
Ich habe zwei Fragen.
Wie fuehlst Du Dich ganz genau in diesem Moment, wenn Du es beschreiben muesstest?
Und (klingt etwas verrueckt, ich will nur etwas ueberpruefen) was ist Deine Lieblingsmusik (auch bitte ganz genau mit Nennung von Lieder und Interpreten.)
2###

Kann ich anderen unter die Arme greifen, geht´s mir nicht so schlecht.

2###
Kannst Du Dir unter der Emotion Stolz etwas vorstellen, oder ist das fuer Dich ein abstrakter Begriff?
2###

Kommt meine Partnerin dann, konfrontiert sie mich mit ihren Problemen und wünschen, denen ich willig entgegenkomme. In meinen Augen wird von ihr vieles nur für andere gemacht, bei mir kann man sich gehen lassen.

Das macht mich verzweifelt und wütend, letztendlich entstehen Ängste daraus verlassen/betrogen werden zu können. Mir ist das mit meiner ersten Frau passiert (ohne da so gewesen zu sein) und aus der Geschichte meiner jetzigen weiß ich halt, sie hat soetwas durchaus schon gemacht (vor mir).

Allerdings gab es sehr viele Männer in ihrem Leben, da bleibt die Frage für mich, wo bin ich dann noch etwas besonderes? ...

2###
Das bist Du nicht. Ein adaequates Selbstwertempfinden fusst auf der rationalen Erkenntnis, nichts besonderes zu sein. Du kannst nur darauf hoffen (mit Glueck begruendet), dass zB Deine Frau Dich fuer etwas relativ besonderes haelt. Gleichzeitig ist aber bekanntlich jedes Individuum einzigartig, was den Anspruch auf Besonderheit zulaesst. Folglich ist Selbstwert beliebig, weil frei waehlbar. Die einen finden es ganz normal, sich so zu fuehlen, als regnete es fuer sie - das Zentrum des Universums - staendig rote Rosen, andere verlieren sich in dem Gefuehl ihrer relativen Bedeutungslosigkeit.
Am einfachsten loest man das Problem, indem man erkennt, dass Selbstwertemotionen irrelevant sind, wenn man sein Handeln davon nicht bestimmen laesst.
Wuerdest Du mir nicht zustimmen, dass das sinnvoll ist? Belastet Dich ein geringer Selbstwert, laehmt das, macht unsicher, stoert im sozialen Miteinander. Ein uebersteigerter Selbstwert beeintraechtig das rationale Denken, fuehrt zu irrationaler Selbstueberschaetzung und Fehlern, schaedigt nicht selten Dritte. Warum braucht man fuer was Selbstwertgefuehl?

Huhngesicht

Malina- Offline



Beiträge: 101

27.10.2009 22:34
#14 RE: vielleicht ist es auch "einfach" nur so antworten

Hallo Donald und Huhngesicht,

na, ich finde Selbstwertgefühl schon wichtig. Bei mir schwankt es auch sehr, was auch Teil meiner Probleme ist. Aber das kann man sich ja auch aufbauen, an kleinen Sachen. Gerade, wenn das Selbstwertgefühl immer wieder schwankt, hilft es, sich daran aufzubauen, was man gut gemeistert oder gut gekonnt hat, auch daran, was einem gutgetan hat. Donald, gibt es etwas, was Du gut kannst oder gerne tust? Betrachte Dich mal an einem ganz normalen Tag und vesuche Dir das zu vergegenwärtigen. Das klingt simpel, kann aber dem Selbstwertgefühl helfen. Bei mir sind das manchmal scheinbar bedeutungslose Dinge, wie zB. ein gut verlaufenes Gespräch, oder etwas, was einem bei der Arbeit gut gelungen ist, eine Beziehung, die sich positiv entwickelt, das kann zB. auch ein Hobby sein, dass Dir guttut. (Ich habe kein richtiges, das kann aber auch helfen).
Wir, die wir mit dem Selbstwertgefühl Probleme haben, sind immer wieder gefordert, dass wir es mit kleinen Sachen aufbauen. Das sind kleine gedankliche Aufwendungen mit oftmals großer Wirkung.

Wie würdest Du denn Deine Partnerschaft beschreiben? Hilft sie dir, stützt sie dich oder empfindest Du sie mehr als Belastung?

Liebe Grüße Malina

huhngesicht ( gelöscht )
Beiträge:

27.10.2009 23:10
#15 RE: vielleicht ist es auch "einfach" nur so antworten

Hallo Malina,

na, ich finde Selbstwertgefühl schon wichtig. Bei mir schwankt es auch sehr, was auch Teil meiner Probleme ist. Aber das kann man sich ja auch aufbauen, an kleinen Sachen.

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Ich wollte Duck sicher nicht runterziehen, aber meiner Ansicht nach beschreitet man einen fragwuerdigen Weg, wenn man es wider dem eigenen Empfinden kuenstlich "herbeizufuehlen" versucht. Wenn man nicht ganz daemlich ist, wird man immer wieder einfach einen guten Grund finden, den Selbstwert in Frage zu stellen. Ich finde Ducks Situation interessant, weil ich selbst auch ueber keinerlei Selbstwertgefuehl verfuege. Dabei koennte ich mich anhand relativ objektiver Kriterien eigentlich wie ein Held fuehlen. Es ist offenkundig nicht jedem gegeben, und man kann damit leben. Es kann sogar als Triebfeder fuer Erfolg dienen, wenn man nach dem Gefuehl nicht giert.
Duck sagt doch zB, dass er gerne anderen hilft, weil ihm das mit Selbstwert vergleichbar Wohlgefuehl bereitet. Ist das als Ausgangslage schlecht? Da gibt es vielleicht Person A, die braesig niemandem hilft, weil sie sich an ihrem ausgepraegten Selbstwertgefuehl weidet und da kann es Duck geben, der konstruktiv anderen hilft. Das kann ihn und andere gluecklich machen, wenn er denn zu ertragen lernt, nicht mehr nach diesem Wertgefuehl zu verlangen. Das ist sicher kein unanstrengender Weg, aber doch sicher ein nuetzlicher (wenn er dann, wer weiss, kleine Kinder aus einem brennenden Haus aus toedlicher Gefahr gerettet hat, dann wird er sich gut fuehlen und hat ausserdem eine gesellschaftlich anerkennenswerte Tat begangen) . Gefahr liegt meiner Ansicht nach immer in Egozentrik begruendet, nach etwas zB bestimmten Emotionen zu verlangen. Der Mensch mit ausgepraegtem Selbstwertgefuehl wird ein selbstgerechtes arrogantes Schwein, der Mensche ohne Selbstwertgefuehl wird zu einem aengstlichen Schlappschwanz. Beides scheint mir nicht erstrebenswert zu sein.
###

Gerade, wenn das Selbstwertgefühl immer wieder schwankt, hilft es, sich daran aufzubauen, was man gut gemeistert oder gut gekonnt hat, auch daran, was einem gutgetan hat.

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Man kann und sollte dies tun. Wer will sich schon immer ohne jeden Grund wie ein Stueck wertlose Scheisse fuehlen? Aber man kann dies nur rational kontrolliert. zB Ich habe Fritz geholfen, das war nett und nuetzlich, was mich aufwertet. Versucht man es ohne die relativ objektive Kontrolle, verliert man sich schnell. Und in der Beliebigkeit empfindet man sich ohne den natuerlichen Selbstwert (ich habe keine Ahnung, warum manche den haben und andere nicht) eher wertlos. Es erleichtert auch, sich die Frage zu stellen, warum man sich den ueberhaupt als wertvoll empfinden sollte. Absolut koennen dies nur religioese Menschen.

Huhngesicht

Donald Duck ( gelöscht )
Beiträge:

28.10.2009 10:48
#16 RE: vielleicht ist es auch "einfach" nur so antworten

Hallo, Huhngesicht
2###
Mit anderen Worten hast Du keine wirklich brauchbare Diagnose. Weil man keine "anstaendige" Depression feststellen konnte, hast Du jetzt dieses unklare ein bisschen chronisch fastdepressiv Dystymia.
Das ist natuerlich weniger erfreulich fuer Dich, macht aber die Diskussion als Suche nach dem "was ist los" interessanter.



So sehe ich das auch.



2###

Das letzte Medikament, das noch im Schrank schlummert heisst Valdoxan.

2###
Also wieder ein Antidepressivum. Wenn ich Dich richtig verstanden habe, hat bisher nie eines geholfen? Welche Psychopharmaka wurden denn noch ausprobiert?




Es waren Citalopran, Cimbalta, und einige mehr. Ich habe keine nennenswerte Wirkung bemerkt, war neidisch auf die, die sich danach gut fühlten.


2###

Die Ängste bauen sich meinem Empfinden nach auf in Situationen, in denen ich mit meinem geringen Selbstwert konfrontiert bin (emfpunden fast immer).

2###
Wenn Du Dir Deinen Selbstwert bewusst machst, ist dieser relativ oder absolut niedrig?
Empfindest Du Dich also eigentlich als ganz ok, aber situationsabhaengig minderwertiger als ein Gegenueber oder empfindest Du Dich als richtig "scheisse"?
Warum ist es Dir ueberhaupt wichtig, einen gefuehlten Selbstwert zu haben? Nach Deiner Schilderung koenntest Du Dich ja relativ wertneutral finden. Du bist weder ein Superheld, noch ein Totalversager. Woher kommt also ueberhaupt Dein Wunsch, Dich aufzuwerten oder zu bewerten?



Selbstwert: Ehrlich gesagt empfinde ich mich als Belastung, nichts, was ich tue ist akzeptabel und vor allem sehe ich keinen Sinn irgendetwas zu tun (ich tue es, weil man es muss). Erlebe ich dann Menschen mit Wünschen, Freude Begeisterung zieht es mich runter. Ich müsse auch so sein, alleine leben will ich nicht, also muss ich Gas geben, wie auch immer -

Neutrale Einstellung geht halt nicht, weil ich die Rückmeldung bekomme, ich kann mich nicht freuen, das setzt mich unter Druck, ich müsse das ändern.

Woher das kommt? Ich erlebe es, dass Leute vor Spiegel treten, um zu gucken, wie sie aussehen - für sich. Ich würde vor einen SPiegel treten, um zu gucken, ob das für andere ok sein könnte.

Ich bin mir selbst nichts wert und glaube, es muss anders sein, um geliebt zu werden - mein Ziel.... :-(


2###

Es passiert immer, wenn ich irgendwie mit mir konfrontiert bin.

2###
Ich habe zwei Fragen.
Wie fuehlst Du Dich ganz genau in diesem Moment, wenn Du es beschreiben muesstest?
Und (klingt etwas verrueckt, ich will nur etwas ueberpruefen) was ist Deine Lieblingsmusik (auch bitte ganz genau mit Nennung von Lieder und Interpreten.)


Zu 1.
Ich fühle mich wie ein kleines Kind, das man an die Hand nehmen muss, damit es irgendwie mitkommt. Ich kann das nicht verstehen, und würde am liebsten die Situation abstellen.

Zu 2.
Musik war mal mein Stützpfeiler, ich konnte mich in ihr verlieren. Selbst machte ich auch Musik. EIne Band zu finden ist nur ziemlich schwer seit meinem letzten Umzug.

Früher hatte ich mal ein Lieblingslied... heute weiß ich nicht ... kann ich keine Ansage zu machen.


2###

Kann ich anderen unter die Arme greifen, geht´s mir nicht so schlecht.

2###
Kannst Du Dir unter der Emotion Stolz etwas vorstellen, oder ist das fuer Dich ein abstrakter Begriff?
2###


Emotion ganz klare Vorstellung. Eher traurig belegt bei mir/oder mit Theater spielen.

Stolz ist für mich etwas, das man hätte, wäre man mit sich im reinen.

2###
Kommt meine Partnerin dann, konfrontiert sie mich mit ihren Problemen und wünschen, denen ich willig entgegenkomme. In meinen Augen wird von ihr vieles nur für andere gemacht, bei mir kann man sich gehen lassen.

Das macht mich verzweifelt und wütend, letztendlich entstehen Ängste daraus verlassen/betrogen werden zu können. Mir ist das mit meiner ersten Frau passiert (ohne da so gewesen zu sein) und aus der Geschichte meiner jetzigen weiß ich halt, sie hat soetwas durchaus schon gemacht (vor mir).

Allerdings gab es sehr viele Männer in ihrem Leben, da bleibt die Frage für mich, wo bin ich dann noch etwas besonderes? ...

2###
Das bist Du nicht. Ein adaequates Selbstwertempfinden fusst auf der rationalen Erkenntnis, nichts besonderes zu sein. Du kannst nur darauf hoffen (mit Glueck begruendet), dass zB Deine Frau Dich fuer etwas relativ besonderes haelt. Gleichzeitig ist aber bekanntlich jedes Individuum einzigartig, was den Anspruch auf Besonderheit zulaesst. Folglich ist Selbstwert beliebig, weil frei waehlbar. Die einen finden es ganz normal, sich so zu fuehlen, als regnete es fuer sie - das Zentrum des Universums - staendig rote Rosen, andere verlieren sich in dem Gefuehl ihrer relativen Bedeutungslosigkeit.
Am einfachsten loest man das Problem, indem man erkennt, dass Selbstwertemotionen irrelevant sind, wenn man sein Handeln davon nicht bestimmen laesst.
Wuerdest Du mir nicht zustimmen, dass das sinnvoll ist? Belastet Dich ein geringer Selbstwert, laehmt das, macht unsicher, stoert im sozialen Miteinander. Ein uebersteigerter Selbstwert beeintraechtig das rationale Denken, fuehrt zu irrationaler Selbstueberschaetzung und Fehlern, schaedigt nicht selten Dritte. Warum braucht man fuer was Selbstwertgefuehl?



Dem kann ich etwas abgewinnen, es ist mir total klar, und macht mir enormen Druck. Es muss ja anders werden, sonst geht das so nicht weiter.

Vielleicht ist der Ausdruck falsch gewählt. Es ist eine Art Identität zu sich selbst, Dinge zu WOLLEN oder nicht, mit einer selbstverständlichkeit. Da geht nichts dazwischen.


Danke, Donald Duck


Huhngesicht[/b][/quote]

Gast ( gelöscht )
Beiträge:

28.10.2009 10:56
#17 RE: vielleicht ist es auch "einfach" nur so antworten

Hallo, Malina. Danke für die Antwort.

Wie ich schon Hungesicht geschrieben habe, es ist vielleicht etwas anderes als Selbstwertgefühl. Eine Art innerer Plan von sich. Egal was ich tue, wie ich auch evtl. dafür wertgeschätzt werde, es wird von mir nicht anerkannt.
Ich glaube nicht, dass das etwas gutes gewesen sein soll, bzw. eher wird es etwas ganz normales gewesen sein.

Klingt blöd, aber ich tue gerne etwas mit meiner Partnerin zusammen. Gestaltet sich wegen ihrer schwierigen Kinder und ihrer Einstellung eine schlechte Mutter zu sein recht kompliziert. Als viel arbeitende und recht perfektionistisch angetouchte bleibt nicht viel Zeit.

Sich Dinge anzusehen, die man tut und zu bewerten steht mir nicht zu. Ich müsste eigentlich das Geld ranschaffen und nicht mit 34 immer noch nicht wissen, was ich eigentlich will. - So in der Art.

Ich würde meine Partnerschaft als aufopfernd und mit Hoffnung auf Besserung beschreiben. Ich tue gerne etwas für meine Partnerin, bin jedoch total am Boden, wenn ich nichts zurückbekomme und sehr häufig erlebe, dass nur die Arbeit zählt. Mir tut das sehr weh.

Versuche ich mit ihr zu sprechen heisst es immer, das ist Arbeit nunmal, ich wünsche mir Nähe und Liebe. Etwas, dass es am Anfang gab, nun darf ich dankbar sein, wenn ich sie in den Arm nehmen darf.

Mich belastet ihre Vergangenheit und die Art, wie sie ihr Leben ohne mich gestaltet. .... das kann ja keiner verstehen.

Sorry,

Donald Duck



Zitat
Gepostet von Malina-
Hallo Donald und Huhngesicht,

na, ich finde Selbstwertgefühl schon wichtig. Bei mir schwankt es auch sehr, was auch Teil meiner Probleme ist. Aber das kann man sich ja auch aufbauen, an kleinen Sachen. Gerade, wenn das Selbstwertgefühl immer wieder schwankt, hilft es, sich daran aufzubauen, was man gut gemeistert oder gut gekonnt hat, auch daran, was einem gutgetan hat. Donald, gibt es etwas, was Du gut kannst oder gerne tust? Betrachte Dich mal an einem ganz normalen Tag und vesuche Dir das zu vergegenwärtigen. Das klingt simpel, kann aber dem Selbstwertgefühl helfen. Bei mir sind das manchmal scheinbar bedeutungslose Dinge, wie zB. ein gut verlaufenes Gespräch, oder etwas, was einem bei der Arbeit gut gelungen ist, eine Beziehung, die sich positiv entwickelt, das kann zB. auch ein Hobby sein, dass Dir guttut. (Ich habe kein richtiges, das kann aber auch helfen).
Wir, die wir mit dem Selbstwertgefühl Probleme haben, sind immer wieder gefordert, dass wir es mit kleinen Sachen aufbauen. Das sind kleine gedankliche Aufwendungen mit oftmals großer Wirkung.

Wie würdest Du denn Deine Partnerschaft beschreiben? Hilft sie dir, stützt sie dich oder empfindest Du sie mehr als Belastung?

Liebe Grüße Malina

Gast ( gelöscht )
Beiträge:

28.10.2009 11:02
#18 RE: vielleicht ist es auch "einfach" nur so antworten

... langsam verliere ich den Überblick.


Es ist einfach ein total blödes Gefühl. Du versuchst alles, was in deiner Macht steht, um den Anforderungen im Leben gerecht zu werden aber empfindest selbst nichts dabei, ausser Angst vielleicht.

Angst vor Fehlern, entdeckt zu werden (dass ich viel zu wenig weiß), Angst, meiner Partnerschaft wieder zu verlieren, weil ich ja zwar als Helfer und Pfleger gern gesehen bin, jedoch diese Hilfe und Unterstützung nicht wünschen kann.






Zitat
Gepostet von huhngesicht
Hallo Malina,

na, ich finde Selbstwertgefühl schon wichtig. Bei mir schwankt es auch sehr, was auch Teil meiner Probleme ist. Aber das kann man sich ja auch aufbauen, an kleinen Sachen.

###
Ich wollte Duck sicher nicht runterziehen, aber meiner Ansicht nach beschreitet man einen fragwuerdigen Weg, wenn man es wider dem eigenen Empfinden kuenstlich "herbeizufuehlen" versucht. Wenn man nicht ganz daemlich ist, wird man immer wieder einfach einen guten Grund finden, den Selbstwert in Frage zu stellen. Ich finde Ducks Situation interessant, weil ich selbst auch ueber keinerlei Selbstwertgefuehl verfuege. Dabei koennte ich mich anhand relativ objektiver Kriterien eigentlich wie ein Held fuehlen. Es ist offenkundig nicht jedem gegeben, und man kann damit leben. Es kann sogar als Triebfeder fuer Erfolg dienen, wenn man nach dem Gefuehl nicht giert.
Duck sagt doch zB, dass er gerne anderen hilft, weil ihm das mit Selbstwert vergleichbar Wohlgefuehl bereitet. Ist das als Ausgangslage schlecht? Da gibt es vielleicht Person A, die braesig niemandem hilft, weil sie sich an ihrem ausgepraegten Selbstwertgefuehl weidet und da kann es Duck geben, der konstruktiv anderen hilft. Das kann ihn und andere gluecklich machen, wenn er denn zu ertragen lernt, nicht mehr nach diesem Wertgefuehl zu verlangen. Das ist sicher kein unanstrengender Weg, aber doch sicher ein nuetzlicher (wenn er dann, wer weiss, kleine Kinder aus einem brennenden Haus aus toedlicher Gefahr gerettet hat, dann wird er sich gut fuehlen und hat ausserdem eine gesellschaftlich anerkennenswerte Tat begangen) . Gefahr liegt meiner Ansicht nach immer in Egozentrik begruendet, nach etwas zB bestimmten Emotionen zu verlangen. Der Mensch mit ausgepraegtem Selbstwertgefuehl wird ein selbstgerechtes arrogantes Schwein, der Mensche ohne Selbstwertgefuehl wird zu einem aengstlichen Schlappschwanz. Beides scheint mir nicht erstrebenswert zu sein.
###

Gerade, wenn das Selbstwertgefühl immer wieder schwankt, hilft es, sich daran aufzubauen, was man gut gemeistert oder gut gekonnt hat, auch daran, was einem gutgetan hat.

###
Man kann und sollte dies tun. Wer will sich schon immer ohne jeden Grund wie ein Stueck wertlose Scheisse fuehlen? Aber man kann dies nur rational kontrolliert. zB Ich habe Fritz geholfen, das war nett und nuetzlich, was mich aufwertet. Versucht man es ohne die relativ objektive Kontrolle, verliert man sich schnell. Und in der Beliebigkeit empfindet man sich ohne den natuerlichen Selbstwert (ich habe keine Ahnung, warum manche den haben und andere nicht) eher wertlos. Es erleichtert auch, sich die Frage zu stellen, warum man sich den ueberhaupt als wertvoll empfinden sollte. Absolut koennen dies nur religioese Menschen.

Huhngesicht

huhngesicht ( gelöscht )
Beiträge:

28.10.2009 18:05
#19 RE: vielleicht ist es auch "einfach" nur so antworten

Hallo Donald Duck,


Es waren Citalopran, Cimbalta, und einige mehr. Ich habe keine
nennenswerte Wirkung bemerkt, war neidisch auf die, die sich danach gut
fühlten.

3###
Dein neues Antidepressivum hat zumindest einen anderen Wirkmechansismus
als die oberen beiden.
Aber vermtulich hat man ueber die Jahre auch noch andere ausprobiert,
und wenn Antidepressiva nicht helfen, spricht das nicht unbedingt fuer
eine Depression.
3###

Selbstwert: Ehrlich gesagt empfinde ich mich als Belastung,

3###
Als Belastung fuer Dich selbst oder fuer andere?
Wenn Du Deiner Freundin immer nett hilfst usw, duerfte ihr das wohl eher
gefallen.
3###

nichts, was ich tue ist akzeptabel und vor allem sehe ich keinen Sinn
irgendetwas zu tun (ich tue es, weil man es muss). Erlebe ich dann
Menschen mit Wünschen, Freude Begeisterung zieht es mich runter. Ich
müsse auch so sein, alleine leben will ich nicht, also muss ich Gas
geben, wie auch immer -

3###
Gibt es denn gar nichts, was Dir wenigstens etwas Vergnuegen bereitet?
Wie ist es mit der Befriedigung der einfachsten Beduerfnisse wie Essen,
Schlafen und Sex?
Wie erlebst Du etreme Ereignisse (wenn sowas schon mal vorkam) zB ein
Fallschirmsprung?
3###

Neutrale Einstellung geht halt nicht, weil ich die Rückmeldung bekomme,
ich kann mich nicht freuen, das setzt mich unter Druck, ich müsse das
ändern.

3###
Wieso meinst Du Dich denn freuen zu muessen? Ich kann nachvollziehen,
dass man sich freuen will, aber es gibt doch keine Pflicht zur Freude.
3###

Woher das kommt? Ich erlebe es, dass Leute vor Spiegel treten, um zu
gucken, wie sie aussehen - für sich. Ich würde vor einen SPiegel treten,
um zu gucken, ob das für andere ok sein könnte.

3###
Nehmen wir an, Du lebtest allein auf einer einsamen Insel. Wie stelltest
Du Dir Deine Gefuehle vor?
3###

Ich bin mir selbst nichts wert und glaube, es muss anders sein, um
geliebt zu werden - mein Ziel.... :-(

3###
Immerhin hast Du eine Freundin, da ist es ja so abwegig nicht,
anzunehmen, dass sie Dich auch liebt.
Und Deine Eltern? Die lieben Dich nicht? Unterstellen wir mal, Dich
liebte tatsaechlich niemand, was wuerde sich inwiefern konkret aendern,
jemand liebte Dich ploetzlich extrem? Bitte Deine Freundin doch einfach,
es Dir haeufiger zu sagen.
3###

Zu 1.
Ich fühle mich wie ein kleines Kind, das man an die Hand nehmen muss,
damit es irgendwie mitkommt. Ich kann das nicht verstehen, und würde am
liebsten die Situation abstellen.

3###
Fuehlst Du Dich nur so, oder bist Du wirklich sehr unselbstaendig? Daran
kann man natuerlich etwas rein praktisch aendern, indem man sich in
Situationen bringt, in denen man keine andere Wahl hat, als selbstaendig
zu funktionieren.
3###

Zu 2.
Musik war mal mein Stützpfeiler, ich konnte mich in ihr verlieren.
Selbst machte ich auch Musik. EIne Band zu finden ist nur ziemlich
schwer seit meinem letzten Umzug.

Früher hatte ich mal ein Lieblingslied... heute weiß ich nicht ... kann
ich keine Ansage zu machen.

3###
Dir ist aber schon aufgefallen, dass Du meine Frage null beantwortet
hast ;-)
Dann stelle ich die Frage anders. Welche Musik-CDs (oder MP3s, was auch
immer) liegen bei Dir so rum, und werden von Dir auch gehoert?
Welche Musikrichtung war die Deiner letzten Band?
3###

Dem kann ich etwas abgewinnen, es ist mir total klar, und macht mir
enormen Druck. Es muss ja anders werden, sonst geht das so nicht weiter.

Vielleicht ist der Ausdruck falsch gewählt. Es ist eine Art Identität zu
sich selbst, Dinge zu WOLLEN oder nicht, mit einer
selbstverständlichkeit. Da geht nichts dazwischen.

3###
Ich stelle es mir recht schwierig vor, etwas wollen zu koennen, wenn man
meint, es zu muessen. Und wenn man doch auch noch wollen will, klingt
das regelrecht skurril. Vielleicht kann man es anders herum probieren.
Es gibt ja genug Dinge im Leben, die man schlicht tun muss oder die
einen objektiven Nutzen haben (zB die Wohnung renovieren).
An diesen koenntest Du Dich "abarbeiten", um festzustellen, ob es da
etwas gibt, was Du willst oder wenigstens im Vergleich weniger nicht
willst. Persoenlich finde ich zB das Engagement, in einer Band zu
spielen (auch wenn Du das jetzt nicht mehr machst), alles andere als
willenlos. Ich nehme nicht an, dass man Dich zum Musikmachen gezwungen hat.


Huhngesicht

Donald Duck ( gelöscht )
Beiträge:

28.10.2009 18:42
#20 RE: vielleicht ist es auch "einfach" nur so antworten

Also, Huhngesicht. Du bist hartnäckig. Gibt mir ein recht gutes Gefühl. - Danke!


Depression hin oder her. Ich nehme mit, was man mir sagt. Nach den Kriterien passt es schon, ich fühle es aber anders. Ich stelle mir bei einer Depression das eher so vor, dass man gerne etas machen möchte, aber nicht kann.

Bei mir ist das eher so, dass ich gar nicht weiß, was ich tun sollte. Ich "fühle" großen Druck in mir funktionieren
zu müssen und der lähmt mich.


Ich fühle mich als Belastung, weil ich die Wünsche und Pläne meines Umfeldes mit meiner Antriebs- Wunschlosigkeit ausbremse, kaum emotionale Ausschläge nach oben habe.

Ob ihr das gefällt weiß ich nicht. Sie fühlt sich deswegen manchmal wohl schlecht, weil ich so viel tue, manchmal denke ich, sie erwartet es von mir.


Vergnügen...
Also, Alkohol wirkt bei mir nicht. Ich werde nur müde oder mir wird schlecht, dennoch kann ich einige Glas Wein trinken, ohne dass etwas passiert.

Es gibt ein zwei Sachen, die mir peinlich sind, ob ich dabei Vergnügen verspüre... eher ungehagen.

Essen und Schlafen gehören dazu. Mir ist es nicht sonderlich wichtig, obwohl ich jeden Tag für uns koche und es immer schmeckt.

Sex ..
Ich weiß nicht, was das ist bei mir. Ich denke, ich möchte schon ganz gerne Sex haben, mehr als ich habe, muss mir aber immer anhören, ich solle auf die Vergangenheit meiner Partnerin Rücksicht nehmen.

Das tue ich dann auch (eigentlich traue ich mich gar nicht sie zu fragen). Wenn es Sex gibt mehr, weil sie es will. Ich kann nicht authentisch sagen "ich will mit Dir schlafen". Klingt immer eher wie eine Entschuldigung.

Ich glaube wirklich nicht, dass ich mich über etwas freue. Ist echt schwer zu sagen. Ich bin z.B. dankbar, dass Du Dich hier mit mir auseinandersetzt. Vielleicht ist das ja das selbe.

Extreme Ereignisse machen mir Angst. Nicht dass ich viel abkann, aber meistens habe ich dann doch eher ein Urvertrauen, dass nichts passiert. (Autounfall, Achterbahnen, Fliegen bei Turbulenzen ...)


Warum ich meine, ich muss mich freuen können?
Weil sich um mich herum die Leute ja auch freuen können. Die freuen sich, wenn die Sonne scheint. Ich denke dann eher "was wird heute wohl von mir bei diesem Wetter verlangt".


Alleine auf einer Insel - Cast away?
Wahrscheinlich würde ich vor Sehnsucht und Hoffnungslosigkeit eingehen.

Es zu versuchen von dort abzuhauen würde ich wohl nicht, glaube ich.


Dass meine Freundin mich liebt hoffe ich sehr. Auch wenn wir in der letzten Zeit viel Ärger miteinander haben. Ein Satz "Du bist die Liebe meines Lebens" mit DER Vorgeschichte kommt bei mir nur nicht überzeugend an.

Meine Eltern...
Die lieben mich auch. Ich habe ein neutrales Verhältnis emotional zu ihnen. Sie unterstützen mich wo sie können, was mir auch kein gutes Gefühl gibt, weil ich doch als Erwachsener auf eigenen Beinen stehen müsste.

Ich glaube auch nicht, dass mich niemand liebt. Ich wünsche mir wohl etwas anderes. Nähe, Geborgenheit, Sicherheit.

Ich käme mir blöd vor, wenn ich meiner Partnerin sagen würde, sie solle es mir häufiger sagen. Das passiert (ausser beim Streiten) schon einige male pro Tag.

Für mich gibt es da eine Diskrepanz zwischen Worte und Taten. (wenn ich könnte, würde ich Dir helfen, aber ich muss jetzt schlafen, arbeiten, mir geht es nicht gut ... - ich bin da schon fast immer für meine Partnerin da)


Musik:
Was willst Du hören?
Rock/Pop, Filmmusik. Gruppen wie Queen, Toto, Klassik, Swing, usw. ab und zu ist auch etwas neues brauchbares dabei.


Unselbstständig?
Das allermeiste mache ich alleine, ich habe nur keine Basis für die Zukunft, kein Konzept, kein Vertrauen.

Also, wenn ich umziehe, dann habe ich Power und Kraft. Wohnungen werden angesehen, der Umzug durchgeführt, Möbel eingerichtet. Bin ich dann da, weiß ich damit nichts anzufangen, komme mir fremd und hilflos vor. Sicherlich bin ich nicht unselbstständig, eher von der eigenen Person her.

Ich hatte mir mal ein Wohnmobil gemietet und solange ich unterwegs war mit dem Ding, war es ok. Sobald ich irgendwo angehalten habe, wusste ich nichts zu tun, ich kapier einfach den Sinn nicht.





3###
Ich stelle es mir recht schwierig vor, etwas wollen zu koennen, wenn man
meint, es zu muessen. Und wenn man doch auch noch wollen will, klingt
das regelrecht skurril.


Das kannst Du laut sagen!



Vielleicht kann man es anders herum probieren.
Es gibt ja genug Dinge im Leben, die man schlicht tun muss oder die einen objektiven Nutzen haben (zB die Wohnung renovieren).
An diesen koenntest Du Dich "abarbeiten", um festzustellen, ob es da etwas gibt, was Du willst oder wenigstens im Vergleich weniger nicht
willst. Persoenlich finde ich zB das Engagement, in einer Band zu spielen (auch wenn Du das jetzt nicht mehr machst), alles andere als willenlos. Ich nehme nicht an, dass man Dich zum Musikmachen gezwungen hat.


Das ist wie mit dem Wohnmobil. Ich glaube, es ist irgendwie mein Ding, aber umgehen kann ich damit nicht die Bohne.



Ächz.
Donald Duck

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